Heft 11 / 2021Zum Archiv 2021
Leben im Dorf
Im Dorf oder in der Stadt zu leben, ist für viele Menschen kein Entweder-oder mehr. Sie leben in beiden Welten. Doch der Corona-Lockdown hat viele Städter zurück in die Dörfer getrieben. Die Mitglieder eines Selbstversorgerdorfs in China haben der Stadt freiwillig den Rücken gekehrt. In Mexiko sind die Dörfer bedroht, und in der Mongolei ziehen Tausende Hirtennomaden in die Metropole.
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Leben im Dorf

Heftschwerpunkt

Hirtennomaden in Ulaanbaatar Das Zeltdorf in der Stadt
In der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar leben rund 700.000 Hirtennomaden aus den ländlichen Regionen des Landes. Sie brauchen nicht nur Infrastruktur, sondern auch ein neues Gemeinschaftsgefühl.
Ländliches Tansania Discomusik statt traditioneller Tänze
Seit 83 Jahren lebt George Mkumba in einem kleinen Dorf im Süden von Tansania. Er erinnert sich gern an alte Zeiten, in denen es auch ohne Geld ging und sich die Dorfbewohner gegenseitig geholfen haben. Er weiß aber auch, dass er die Zeit nicht zurückdrehen kann.
Mexiko Eine Gemeinde erkämpft sich Frieden
Der Fotograf Heriberto Paredes begleitet seit mehr als zehn Jahren das Leben der indigenen Nahua-Dorfgemeinde Santa María Ostula im Landkreis Aquila, Bundesstaat Michoacán, und beschreibt es als „Traum vom Paradies“. Doch dem Paradies ging die Hölle voraus.
Kein Schutz mehr für Mexikos Bauern
Bis in die 1990er Jahre prägte gemeinschaftlicher Landbesitz die mexikanischen Dörfer. Doch die neoliberale Wirtschaftspolitik und das organisierte Verbrechen haben bewährte Strukturen zerstört. 
Selbstversorgung auf dem Land Weg vom Stress in Chinas Städten
Im Einklang mit der Natur leben, ohne Konsum- und Leistungsdruck: Das ist die Idee des Selbstversorgerdorfs, das Tang Guanhua gegründet hat. Die Mitglieder seiner „Anderen Kommune“ haben ihre Jobs in der Stadt hinter sich gelassen. 
Landflucht Wo Junge fortgehen und Tote zurückkehren
Die Städte wachsen, die Dörfer leeren sich – überall auf der Erde. Gleichzeitig sind beide über verschiedene Bande zunehmend miteinander verknüpft. Und vor allem in den Ländern des globalen Südens sehen viele Städter im Dorf ihre wahre Heimat. 
Uganda Zuflucht vor dem Lockdown
In Uganda hat die Lähmung des städtischen Lebens während der Pandemie viele aus den Städten zurück aufs Dorf getrieben. Einige haben dort Fuß gefasst und regen die Wirtschaft in Land­gebieten an.

Welt-Blicke

Burkina Faso Grüne Mauer mit langen Lücken
Das Projekt der „Großen grünen Mauer“ soll die Sahelzone begrünen. Das Vorhaben schleppt sich dahin, auch weil die lokale Bevölkerung zu wenig einbezogen ist. 
Guinea Noch ein populärer Putsch
Im Sudan kam es jüngst zu einem Militärputsch, ebenso in Mali, im Tschad, und auch in Guinea. Doch anders als im Sudan, wo die Menschen den pro-demokratischen Weg ihres Landes durch die Putschisten in Gefahr sehen, ist in Guinea selbst die Freude über die Absetzung von Präsident Condé groß.
Südafrika Opern aus den Townships
Seit dem Ende der Apartheid rücken einige Opernensembles Sängerinnen und Sänger aus den Townships in den Mittelpunkt. Doch finanziert wird der Betrieb immer noch vor allem von der Weißen Elite. 
Brasilien Sich abwählen lassen ist keine Option
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro verliert immer mehr an Rückhalt – und will um jeden Preis verhindern, dass er abtreten muss. Droht der größten Demokratie Lateinamerikas ein Staatsstreich?

Standpunkte

Afghanistan Demokratie vielfältig fördern
Hat sich das Engagement des Westens für Demokratie weltweit nach dem chaotischen Abzug vom Hindukusch erledigt? Wer so denkt, unterliegt gängigen Irrtümern, meint Julia Leininger.
Klimawandel Die Mär vom grünen Wachstum
Eine bloße Modernisierung des Industriekapitalismus genügt nicht gegen die Erderhitzung. Ein Kommentar von welt-sichten-Chefredakteur Bernd Ludermann.
Gesundheit Ein kleiner, aber wichtiger Durchbruch
Der neue Malaria-Impfstoff ist ein zusätzliches Mittel im Kampf gegen die tödliche Krankheit und kann helfen, die Kindersterblichkeit zu senken, kommentiert Melanie Kräuter.
Kurz erklärt Was ändern die WHO-Richtlinien zur Luftqualität?
Luftverschmutzung macht nicht an Ländergrenzen Halt. Was das für die Politik bedeuten muss, erklärt Barbara Hoffmann.

Bewegungsmelder

Herausgeberkolumne Afghanistan braucht starke Frauen!
Nach dem Sturz der Taliban-Regierung vor 20 Jahren haben sich die Lebensbedingungen in Afghanistan merklich verbessert. Jetzt geht es darum, möglichst viele Errungenschaften zu bewahren.

Journal

Entwicklungsforschung "Wichtig sind gute Kenntnisse der Machtverhältnisse"
Wie hat ein partizipativ angelegtes Entwicklungsvorhaben auf Dorfgemeinschaften in Gambia gewirkt? Der Frankfurter Ökonom Simon Heß kommt in seiner Dissertation zu nachdenklich stimmenden Ergebnissen.
Brüssel Bedenkliche Klimaabgabe
Die EU-Kommission will importierte Waren mit einer Abgabe belegen, wenn bei der Herstellung viel Treib­hausgas frei wurde. Dieser „CO2-Grenzausgleichsmechanismus“ könnte Exporte von Entwicklungsländern hart treffen.
Schweiz Bern vertagt die Unterzeichnung des UN-Migrationspakts erneut
Vor drei Jahren haben 152 UN-Mitgliedstaaten den Globalen Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration unterzeichnet. Die Schweiz zögert bis heute. Für Kritiker ist das unverantwortlich und nicht nachvollziehbar.
Global lokal Deutscher Kolonialismus im Fokus der Eine Welt-Arbeit
Eine Welt-Netzwerke bringen die Diskussion über die koloniale Vergangenheit Deutschlands voran. Dabei geht es nicht nur um die schwierige Vergangenheit, sondern auch um Rassismus und Diskriminierung heute.
Brüssel Die EIB macht ihre Entwicklungsfinanzierung klüger
Die Europäische Investitionsbank (EIB) bekommt eine eigene Abteilung für die Entwicklungsfinanzierung. Ursprünglich war eine ganz neue Bank im Gespräch.
Kirche und Ökumene Ein Bischof kritisiert den Ahnenkult in Südafrika
Der Ahnenkult ist eine Ursache für soziales Elend in Südafrika – mit dieser These hat der Erzbischof von Johannesburg, Buti Tlhagale, unlängst Aufsehen erregt. Was steckt dahinter?
Schweiz Gemischtes Echo auf die Afrikastrategie
Erstmals hat die Schweiz eine Strategie für ihre Afrikapolitik verabschiedet. Die Regierung lobt sich dafür, doch Kritiker zweifeln, dass das die Politik gegenüber dem Kontinent verbessert.
Berlin Neue Initiative für den Kongo-Regenwald
Auf Initiative der Bundesregierung sagen zehn Staaten im Kongobecken zu, ihren Wald stärker zu schützen. Umweltorganisationen applaudieren, doch das Ziel scheint optimistisch.
Kirche und Ökumene Ökumenische Kampagne für internationale Steuergerechtigkeit
Anfang Oktober ist in Deutschland die Zachäus-Kampagne für internationale Steuergerechtigkeit gestartet. Kirchen und Gemeinden sollen befähigt werden, sich stärker für ein gerechteres Finanz- und Wirtschaftssystem einzusetzen.
Entwicklungspolitik Was hinterlässt Gerd Müller?
Nach acht Jahren scheidet Entwicklungsminister Gerd Müller aus der Bundesregierung aus. Entwicklungsorganisationen und die Wirtschaft ziehen unterschiedlich Bilanz aus seiner Amtszeit.
Personalia Wer, wo, was?
Der Virologe John Nkengasong soll neuer Chef des US-Programms zur Aids-Bekämpfung werden, und mit Stefan Tangermann sitzt erstmals ein deutscher Wissenschaftler im Leitgremium der Expertengruppe für Ernährungssicherheit. Unsere Personalmeldungen im November.
Berlin Zwanzig Jahre Zusammenarbeit für Frieden und Entwicklung
Frieden und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden. Aus diesem Grund gibt es die Arbeitsgemeinschaft FriEnt, die diesen Herbst ihr zwanzigstes Jubiläum feiert und international als Vorbild gilt.