Neuen Kommentar schreiben

Zuerst sollten wir uns klar vor Augen führen, wie ein Projekt zustande kommt. Zitat aus einem ADA- Antwort-E-Mail:
Nach der intensiven Projektvorbereitungsphase, in denen mögliche Partner durch unsere Expertinnen und Experten beraten werden, werden Projektvorschläge einem Fördergremium vorgelegt, welches sich aus Vertretern des BMEIA, der Wirtschaftskammer Österreich, der Österreichischen Entwicklungsbank und der Austrian Development Agency zusammensetzt. Die Genehmigung der Projekte erfolgt auf Grundlage von Kriterien, welche u.a. in der Richtlinie Wirtschaftspartnerschaften definiert sind.

Also Firma XY kommt zur ADA wird von den Expert/Innen beraten (erarbeiten gemeinsam Projektvorschläge ??) , legen dieses Projekt dann dem Fördergremium vor. Es ist kaum denkbar, dass die Expert/innen etwas vorlegen was nicht bewilligt wird.

Und wie wird kontrolliert? Auch aus einer ADA-Antwort-E-Mail
Die Projektfortschrittskontrolle während der Implementierung umfasst folgende Elemente:

a. halbjährliche finanzielle und narrative Berichte
b. jährliche Projektaudits von akkreditierten Wirtschaftsprüfern
c. stichprobenhafte Überprüfungen, u.a. durch Projektbesuche
d. regelmäßige Evaluierungen
e. interne Revision
d. Rechnungshofkontrolle der ADA

Übrigens, NARRATIV bedeutet laut Wikipedia "erzählen". Erzählen hat nicht nachweislich mit Wahrheitswiedergabe zu tun. Stichprobenhafte Überprüfungen besagen nur, dass überprüft werden kann, nicht das überprüft wird, noch wer. Audits sind Anhörungen, dies muss nichts mit dem tatsächlichen Verlauf des Projektes zu tun haben. Was auffällt: Die ADA, welche die Projekte vorbereitet, kontrolliert sie auch. Selbst die Weitergabe des Projektortes, der genauen Adresse, wird mit dem Hinweis auf Datenschutz verweigert. Wenn eine eher unbekannte Firma keine Webseite hat, so bekommt man nicht einmal eine Telefonnummer: Datenschutz. Bei Nachforschungen kommt man dann darauf, dass der persönliche Eigentümer – vielleicht unbekannterweise – in einer Lichtensteiner Anstalt sitzt.

Generell sind Geldflüsse in der EZA schwer nachvollziehbar, sie enden in EZA-Ländern und sind von der interessierten Öffentlichkeit nicht überprüfbar. Leider ermöglicht das neue Kooperationsmodell der ADA verstärkt die Möglichkeit der Korruption, da der interessierten Öffentlichkeit, dem Steuerzahler keine für ihm wichtigen Daten zugänglich sind.

Auch erhebt sich die Frage, warum NGOs mit ihren teils hochqualifizierten Personal genau nicht jene Produktionen abdecken, welche die Basis von “Hilfe zur Selbsthilfe” sind.

Durch diese neue Methode der Kooperation wird eindeutig eine Abhängigkeit von Internationalen Konzernen - dem reichen Norden - gefördert, also Abhängigkeit erzeugt. Was die weitere Frage zulässt, ob wir überhaupt “helfen” wollen, selbstständige Partner zu formen oder nur neue Systeme der Abhängigkeit.

Gerhard Karpiniec
Laxenburg/Österreich