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Warum wird denn hier allerseits so aufgejault? Afrika und moderne Landwirtschaft, das geht offenbar gar nicht. Warum eigentlich nicht? Wenn wir schon von "sehr Engagierten in Sachen Welthunger" sprechen: Der Friedensnobelpreisträger Norman Borlaug war wahrscheinlich einer der erfolgreichsten Innovatoren gegen Unter- und Mangelernährung in der Menschheitsgeschichte. Sein Credo, bekannt geworden als "grüne Revolution": moderne Hochleistungssorten, die an die lokalen Bedingungen angepasst sind. Auch der afrikanische Bauer möchte wie jeder Unternehmer Entscheidungen treffen, die ihm und seiner Familie das beste Einkommen ermöglichen. Dazu gehören modernes Saatgut und intensive Produktionsmethoden. Und womöglich attraktive Absatzmärkte vor der Haustür. Aufgemerkt: Niemand zwingt ihn, diesen Weg zu gehen. Er kann auch die unternehmerische Entscheidung treffen, solche Methoden NICHT anzuwenden. Hohes Engagement heißt nicht automatisch, dass die Richtung stimmt. Und "modern" scheint in Zusammenhang mit Ländern, die noch nicht unser Wohlstandsniveau erreicht haben, ein echtes Reizwort zu sein. Im übrigen empfinde ich das RT-Interview mit Herrn Movassat als unsachlich und polemisch-bitter abgeschmeckt mit grandios-schauerlichen Zahlen von Hungernden und Sterbenden pro Sekunde, die der ganzen Sache den üblichen emotionalen Engagements-Kick geben, nachgewürzt mit Bildern von sehr dünnen und offenbar kranken Kindern. Das macht den Betrachter betroffen, bringt aber in der Sache nicht weiter.