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Hallo Herr Lohmann,

danke für die Blumen und während meines Urlaubs hat Tillmann Elliesen Sie schon auf unser Heft zum Populismus verwiesen. Kurz von mir als Autor des Textes: Ich gebrauche darin den Begriff im engeren Sinn und meine Leute, die behaupten, den Volkswillen gepachtet zu haben, die in dessen Namen rechtsstaatliche Verfahren umgehen oder demontieren (wollen) und die ihre Kritiker als illegitim und als Volksfeinde darstellen. Trump, Orban und Erdogan zählen dazu, Seehofer nicht. Eine volkstümliche Sprache allein macht einen noch nicht zum Populisten in diesem Sinn, dazu kommen muss die illiberale, völkische und intolerante Stoßrichtung. In der Einleitung zum Populismus-Heft ist das gut erklärt. Man kann den Begriff allerdings im weiteren Sinn verwenden für bestimmte Methoden des Mobilisierens – etwa "volkstümliche" Symbole, grob vereinfachen, unhaltbare Versprechen machen, Wir-Gefühle hochpuschen usw.. Bis zu einem gewissen Grad ist das in der Politik üblich und es ist ein eigenes, aber wachsendes und verwandtes Problem.

Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage. Beste Grüße, Bernd Ludermann