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Eine einzige Frage fehlt in diesem Interview, in dem Herr Friedhoff von "unseren humanistischen und christlichen Werten" spricht.
Was sind Ihre, was sind Deine christlichen Werte, Dietmar Friedhoff? Benenne sie!
Die Aussagen in diesem Interview sind einfach nur zutiefst menschenverachtend und jeder Christ, jede Christin, der/die AfD wählt, muss sich klar sein, dass er/sie christliche Grundwerte abwählt. Er
- wählt Menschenverachtung statt Nächstenliebe,
- wählt Egoismus statt Solidarität,
- wählt Rücksichtslosigkeit statt Respekt,
- wählt Hartherzigkeit statt Mitgefühl,
- wählt Gewinnmaximierung auf Kosten des Anderen statt Gerechtigkeit,
- wählt Erniedrigung statt Gleichwertigkeit,
- wählt Erbarmungslosigkeit statt Barmerhzigkeit.
Merken sie was, Herr Friedhoff? Die Begriffe am Ende jeder Zeile, das sind Werte, die in der Bibel, im Evangelium vorkommen. Dsa sind Meine christlichen Werte, die ich verteidigen will, gegen Menschenverachtung und Hass.
Die Bibel (von Anfang bis Ende) und das biblische Beispiel sind in keiner Frage, in keinem Bereich so eindeutig wie beim Thema Migration in all ihren Facetten und im Umgang mit dem Fremden.
Migration gehört zum Menschsein selbst, ist menschliche Grundkonstante, von Adam & Eva, über Jesus (ein staatenloses Flüchtlingskind) bis zu den Aposteln. Und Gott kümmert sich: Schutzgebote, Gastfreundschaft, Rechtssicherheit und Barmherzigkeit ziehen sich durch die ganze Bibel.
Der Fremde in Not ist mein Nächster, den ich lieben soll wie mich selbst. Und Gott ist die Liebe. Das zumindest ist mein christlicher Grundwert!
Ach und noch was: Dass in unserem Staat Kirchen und andere zivilgesellschafltiche Organisationen gesellschaftliche Aufgaben übernehmen und dafür vom Staat, also uns allen in der Gesellschaft, Geld bekommen, ist unser Verfassungsprinzip. Das Subsidiaritätsprinzip ist in unserem Grundgesetz verankert. In Ihrem auch?
Die Gestaltung unseres Gemeinwesens auf viele verschiedene Akteure zu verteilen, und den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes in Eigenverantwortung und Vielfalt die Gestaltung der Gesellschaft zuzutrauen und vielleicht auch zuzumuten, ist die Lehre aus der NS-Zeit, in der alle öffentlichen Bereiche gleichgeschaltet waren – 100 Prozent Staat. Die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes wollten das nicht mehr: 100 Prozent Staat, der alles regelt. Ich auch nicht.
Die Unabhängigkeit von Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden ist ein humanistischer Wert an sich, den es gegen Austrocknung und Gleichschaltung zu verteidigen gilt.