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Lieber Herr Ludermann, wir korrespondieren seit Jahren. Deshalb könnten Sie wissen, dass ich es lieber bequemer habe, ist grundfalsch. Seit nunmehr 25 Jahren fahren meine Autos mit nachwachsender Energie, mein Wohnhaus wird mit Hackschnitzeln beheizt, mein privater Stromverbrauch 2018 war 759Kwh. Das habe ich so eingerichtet und das ist kaum zu toppen. Mein Beitrag zur Einsparung fossiler Energie zeigt, man kann CO2 verringern ohne Komforteinbußen. Was ich bei Ihrem Artikel aufs Korn nehme, ist die Vorstellung, man könnte mit seinem persönlichen Einsatz die Erderwärmung aufhalten. Freitags Arm in Arm mit Greta demonstrieren, ist wirkungsloser Aktionismus. Wer das weiß und Jung und Alt dazu auffordert, ist ein Heuchler. Viel wichtiger und sofort wirksam sind alle Massnahmen, die sich mit den unaufhaltsamen Folgen der Erderwärmung befassen. Da man z.B. den Anstieg der Meeresspiegel nicht aufhalten kann, sollten Sie und Ihr Team öfter Konsequenzen daraus ziehen. Netto Null? Wo leben Sie denn? Machen Sie das mal vor. Es geht für Sie persönlich nicht, mit jedem Schritt verbrauchen Sie auch fossile Energie, vom Rest der Menschheit ganz zu schweigen. Was Sie mit Netto Null andeuten, ist das Leben der Jäger und Sammler. Wenn Sie Netto Null von anderen fordern, ohne das selbst zu leisten---eine Bewertung will ich mir sparen. Fest steht, wenn CO2 die Erderwärmung hervorruft, dann ist es das CO2, das schon da ist als Folge der Industrialisierung, und nicht das, was täglich noch dazu kommt. Stillstand bei Netto Null hat also überhaupt keine Wirkung.