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Was soll die Bundeswehr in der Sahelzone?
Es ist doch äußerst bemerkenswert: Zirka zwei Drittel der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland spricht sich in Umfragen eindeutig gegen Auslandseinsätze der Bundewehr aus. Und über Bundestagsentscheidungen schickt die Bunderegierung unsere Jungs und Mädchen ins gegnerische Feuer von Auslandseinsätze! Seit der Westen nahezu in der gesamten Welt Krieg spielt und andere Länder mit dem Demokratiemodell à la westlicher Prägung beglücken will, nahm seit 2001 mit dem Afghanistaneinsatz der Terrorismus erst so richtig Fahrt auf. Vorher gab es dieses Phänomen kaum, wenn man einmal vom Nahost-Konflikt zwischen den Palästinensern und Israelis und den daraus resultierenden Folgekonflikten absieht. Man kann es auf die Formel bringen: Umso mehr der Westen militärisch in anderen Ländern interveniert, umso mehr terroristischen Aktionen folgen daraus! Und was soll nun die Bundeswehr in der Sahelzone, die sich übrigens ca. 6000 km südlich der Sahara von Afrika hinzieht und wo zurzeit Not und Elend vorherrscht? Da drängen sich einem ganz düstere Gedanken auf, wenn man an die potenziellen Flüchtlingsströme denkt, die sich in Richtung Europa zwangsweise aufmachen werden, weil die Menschen ansonsten verhungern. Vertreter der Welthungerhilfe appellieren an die Regierungen der Welt, so auch an die Bunderegierung, dass hier schnellstens mit humanitärer Hilfe gehandelt werden muss, um das Schlimmste zu verhindern. Die Menschen in der Sahelzone benötigen keine Panzer und Kanonen, sondern wirtschaftliche Unterstützung und vor allen Dingen Nahrungsmittel! Übrigens steht der Westen, insbesondere Europa in der Pflicht, weil der Norden dieses Elend über den Klimawandel erst induzierte. Und bitte bei den Entscheidungen strategischer Art nicht vergessen, wie die Einsätze der Bundewehr in Somalia (1993) und im Kongo (2006) kläglich scheiterten.
Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen