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Sehr geehrte Frau Meier,

danke für Ihren Kommentar. Ich glaube allerdings, dass Sie es sich zu einfach machen, wenn Sie das Problem so verallgemeinern. Der oft zitierte sogenannte Pull-Faktor, also dass die Menschen zur Flucht ermuntert werden, weil sie wissen, dass sie von NGOs gerettet werden, ist nicht belegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Flüchtlinge (auch Frauen und Kinder) für eine Fahrt in untauglichen Schlauchbooten ihr Leben riskieren, nur in der Hoffnung, dass ein NGO-Boot sie rettet. Es ertrinken immer noch Menschen, weil Hilfe nicht rechtzeitig kommt! Die menschenunwürdigen Zustände in den Gefangenenlagern von Libyen sind unter anderem von den Vereinten Nationen gut dokumentiert - daher weiß die EU davon und nimmt es aber so hin. Inwiefern die Flüchtlinge, wie Sie schreiben, unsere Großstädte ins Chaos stürzen, ist mir nicht klar. Und nein, ich lebe nicht auf dem Land. Für mich sind Menschenrechte nicht verhandelbar, daher gibt es keine Alternative dazu, diese Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Aber es stimmt, die EU müsste Wege finden, dass die Menschen gar nicht mehr gezwungen sind, überhaupt zu fliehen bzw. es muss ein System geschaffen werden, dass humanitäre Visa vorsieht und legale, geprüfte Migration ermöglicht. Doch da ist ganz viel Engagement gefragt und nicht Abschottung und Tatenlosigkeit.

Viele Grüße, Melanie Kräuter