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Ein unilaterales, nicht mit Aegypten und Sudan abgesprochenes Vorgehen ist aus realpolitischer Sicht betrachtet die einzige Option, welche Äthiopien hat. Die beiden Unterliegerländer hätten nie und nimmer ein tripartites Vorgehen unterstützt, sie beharren weiterhin auf die alten Verträge aus der Kolonialzeit, die ihnen 100 Prozent des Nilwassers zugestehen (85% für Ägypten, 15% für den Sudan). Am Widerstand Ägpytens, das Wasser mit allen Anreinerstaaten zu teilen, scheiterte bisher auch ein neues Nilabkommen.
Wichtig auch zu wissen: Sudan war lange Zeit dem GERD gegenüber positiv eingestellt, verspricht doch dieser Damm eine wesentliche Reduktion der weiteren Aufsiltierung der eigenen Dämme.
Es ist, wie der Autor schreibt zu hoffen, dass diese letzten Verhandlungen eine Einigung vorab zum Zeitraum bzw. der Dynamik der Auffüllung erzielt werden kann. Äthiopien wird die Nachbarländer in das Abflussmanagement des GERD in irgendeiner Art einbeziehen müssen, Ägypten und Sudan müssen akzeptieren, dass Äthiopien ein legitimes Interesse an der hydroelektrischen Nutzung des Nilwassers hat. Immerhin stammen über 80% des NIlwassers aus dem äthiopischen Hochland.
Zu wünschen wäre in der Tat, ein panafrikanisches Projekt und damit ein Zeichen für Afrika 2063.