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Mit dem Weltverfolgungsindex will Open Doors verfolgten Christen eine Stimme geben. Die Autorin des Artikels steht diesem Ansatz grundsätlich ablehnend gegenüber. Sie wünscht sich einen Index, der das Verfolgungsgeschehen gegenüber allen religiösen Gruppen erfasst. Die Argumentation im Artikel ist auf diesen Wunsch aufgebaut und führt zu Aussagen wie "Lobbyismus" und "einseitige Fokussierung auf das eigene Klientel".

Zudem wählt die Autorin einen rein menschenrechtlichen Ansatz. Im Rahmen der Diskriminierung und Verfolgung von Christen wird zweifelsohne deren Recht auf Religionsfreiheit verletzt, sogar massiv verletzt. Open Doors geht es jedoch nicht primär um die Verletzung von Menschenrechten - auch wenn diese im Blick behalten werden - sondern darum, die Situation von Christen in den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex zu dokumentieren und aufzuzeigen.

Die Verfolgung und Diskriminierung von Christen wird von Open Doors systematisch erfasst. Die von der Autorin monierten "Schätzungen" scheinen eine Willkürlichkeit der veröffentlichten Zahlen suggerieren zu wollen. Dem ist entgegenzuhalten: Zum einen gibt es Databases, welche die Anzahl der Christen in den betroffenen Ländern erfassen. Zum anderen steht Open Doors in den betroffenen Ländern durch ein über viele Jahre gewachsenes Netzwerk mit den einheimischen Kirchen sowie mit Experten (unterschiedlicher beruflicher Hintergründe) im Austausch. Die Kirchen und weitere Quellen teilen mit, in welchen Regionen Christen in welcher Weise und Härte und Häufigkeit von Diskriminierung und Verfolgung betroffen sind. So kann eine "Einschätzung" des Verfolgungsgeschehens und der etwaigen Anzahl der Betroffenen vorgenommen werden.

Der Artikel selbst wirkt wie eine Bemühung um Polarisierung, die herbeigeredet wird. Jedoch nicht von Open Doors.
Aus den zahlreichen Veröffentlichungen des Hilfswerks geht hervor, dass
a) die von Verfolgung und Diskriminierung betroffenen Christen in großer Mehrheit den Worten von Jesus folgen: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" und "Liebt eure Feinde". Sie - und ihre Kirchen vor Ort - sind in vielen Ländern die Stimme der Versöhnung, die zum friedlichen Zusammenleben aller Menschen im Land aufruft und Menschen aller Religionen im Land dient mit Fürsorge sowie materieller und geistlicher Unterstützung.
Und b) äußerst sich Open Doors an keiner Stelle diskriminierend gegenüber anderen Religionsgruppen.