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Die Entscheidungen der Abgeordneten in der EU und den nationalen Parlamenten sind beim Biosprit schlichtweg haarsträubend und haben bisher Milliardenschäden zur Folge. Beginnend mit der Entscheidung für Biodiesel, als mit Steuergeldern geförderte Fabriken Raps von Stilllegungsflächen fossilen Treibstoff ersetzen sollte. Dabei wurde jedoch von den Gewählten übersehen, dass bis auf VW kein Autohersteller eine Freigabe für die Nutzung erteilte. Schäden am Motor hatte der Autobesitzer selbst zu tragen. Danach die Förderung von Rapsöl als Reinkraftstoff mit dem Ziel, heimischen Bauern Zusatzeinkommen von Flächen zu ermöglichen, die von der Nahrungsproduktion ausgeschlossen wurden. Danach die Besteuerung eben diesen Öls mit dem Endziel von 45 Ct/Liter in 4 Stufen, was schon bei der zweiten Stufe zum Zusammenbruch des Marktes führte. Gleichzeitig gingen auch die zuvor subventionierten Biodieselhersteller pleite, weil Biodiesel wg. des periodisch sinkenden Dieselpreises nun teurer als Fossildiesel war, Biodiesel aber nur immer teurer und nie billiger werden konnte. Auch wurde von den Gewählten übersehen, dass Biodiesel von den Konzernen da gekauft wird, wo es billiger ist als in Deutschland. So wurde Biodiesel aus den USA und Südamerika trotz der Verschiffung über tausende Kilometer billiger als heimischer Treibstoff. Unnötig weiter auszumalen, dass mit dem Ersatzstoff für Benzin die gleichen desaströsen Fehler gemacht wurden. Wieder wurde die Rechnung ohne den Wirt Autohersteller gemacht, die sich mit Recht vehement gg. 10% Ethanol im Sprit wehrten. All das hätte man in wenigen Gesprächen vorab regeln können. Auch ist die Erkenntnis, das die Ersatztreibstoffe Nahrungsmittel verdrängen werden durchaus vorhersehbar gewesen. Die Umstellung von fossilen Treibstoffen auf nachwachsende bedarf einer langfristigen Planung von intelligenten Menschen. Während die Zahl der mit Verbrennungsmotoren fahrenden Fahrzeuge sprunghaft zunimmt, will man nun den Anteil der biogenen Treibstoffe wieder reduzieren. Da muss man schon fragen, wem nützt es. Offensichtlich sitzen in den Mineralölkonzernen die intelligenteren Entscheider. In absehbarer Zeit wird Fossiltreibstoff so teuer, das die Verkaufszahlen der Autohersteller einknicken werden mit schlimmen Folgen für die Exportländer. Vorausdenken bedeutet hier, zu wissen, dass bei uns auf einen Hektar nur 1000 Liter Sprit produziert werden können, in den Tropen aber mit Pflanzen, die nicht als Nahrungsmittel dienen, die zehnfache Menge. Die Entscheidungen in diese Richtung sind anderenorts längst gefallen, aber nicht von unseren Parlamentariern. Politikverdruss angesichts dieser Fakten ist nicht verwunderlich.