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Mich freut der Bericht von Frau Mende. Schon 1994 hatte ich ein Auto, das ganz ohne fossilen Treibstoff auskam. Auch bin ich Mitglied eines Tauschkreises und kaufe keine Äpfel und Birnen aus China. Aber was nützt es? Es nützt wenig und nur wenigen. In einem Wirtschaftsystem, das bei Verschwendung am besten blüht und sie fördert, sind die sparsamen Alternativen eine skurrile Randerscheinung und das ist auch gut so. Als ich damals mein Auto einem Redakteur vorstellte, meinte dieser, er könne nur über Sachen schreiben, die von allgemeinem Interesse sind. Da es weder Salatöl noch Fritieröl für alle gibt, schrieb er nichts. Das tat dann ein anderer, der Münchner Merkur druckte- "Auto fährt mit altem Fett". Mir war und ist das egal, fest steht aber, dass ich seitdem 34 000 Liter Diesel nicht gekauft habe und mein Geld bei Bauern und Ölpressen in der Region blieb. Aber das gefällt dem Finanzminister nicht und den reichlich 10% in unserem Lande, die von Verschwendung profitieren und ohne eigene Arbeitsleistung von Vermögen und Kapitalerträgen leben. Wenn aber an der Basis nichts mehr zu holen ist, sind die Wohlhabenden dran. Autonome, autarke Gruppen sind eine Gefahr für das System. Tauschkreise generieren keine Umsatzsteuer. Wenn ein Sack Kartoffeln für eine Reparatur bewegt wird, schaut der Wasserkopf staatlicher Verwaltung in die Röhre. Der Ausblick gefällt ihm nicht. Eine Selbstversorgung mit Lebensmitteln wird heute noch geduldet, weil sie so minimal ist. Die Ruhe währt nicht mehr lang. Denn ruck-zuck wird schon bald mit bürokratischen Tricks dem alternativen Wachstum das Wasser abgegraben. Dazu braucht es nur eine Novellierung der Hygieneverordnung. Schon jetzt macht sich der Bauer strafbar, wenn er unkontrolliert seinen Treibstoff (Rapsöl) selbst anbaut und presst. Wegen des anschwellenden bürokratischen Aufwands bauen jedes Jahr weniger Landwirte Raps an, die Lücke wird durch Importe geschlossen. Das ist das Gegenteil von "Wertschöpfung in der Region". Auch wenn die Autonomen ihre Basis noch verbreitern können, wozu auch Bücher wie "A.Dill-Gemeinsam sind wir reich" beitragen, der Gegenwind wird stärker. Wer konsequent diesem "Abschöpfsystem" entgehen will, muss auswandern. Oder klein und unauffällig bleiben. Der Staatsapparat braucht steigende Preise, der Bürger will das Gegenteil. Wer also durch Selbstversorgung dem Staatsapparat Geld vorenthält, könnte schon bald zum Staatsfeind werden.