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Nach meiner Beobachtung ist nur eine Minderheit so oberflächlich, daß sie an der Wegmarke "ethische Korrektheit" stehen bleibt. Das stört nicht, denn auch die Mitläufer sind auf dem richtigen Weg. Ganz wichtig finde ich Ihren Hinweis auf das Verständnis von Sozialkapital und ich sehe in diesem Bereich echtes Wachstum. Zwar muss ich Ihrer Prognose zustimmen, Veränderungen in der Grundhaltung der Bürger werden erst nach Jahrzehnten wirksam. Das hängt auch damit zusammen, dass ein Kapitalstock, der aus laufenden Erträgen gebildet werden soll, nur langsam wachsen kann. Auch hier wird das Dilemma der Alternativen sichtbar. Sie müssen sich ohne staatliche Hilfe organisieren, weil der Staatsapparat beziehungsweise die in ihm handelnden Personen alle Änderungen des Systems fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, wenn Pleitebanken ganz schnell Milliarden geschenkt bekommen, aber eine Bürgerinitiative, die auf privater Basis Kinder und Alte versorgen möchte nichts bekommt und in bürokratischen Auflagen und Hemmnissen ersäuft. Dabei ist seit Jahrzehnten untersucht und bekannt, was schiefläuft. Ein Blick in die verfügbaren Erkenntnisse ist hilfreich (Meinhard Miegel-- Die deformierte Gesellschaft und M.Miegel--Exit, Wohlstand ohne Wachstum). So ist schon jetzt erkennbar, dass die staatliche Pflegeversicherung ein Fass ohne Boden ist mit nur steigenden, niemals sinkenden Pflichtbeiträgen. Durch diese Zwangsabgabe, schlicht eine neue Steuer, wird die Bildung eines privaten Kapitalstocks gelähmt. Auf Einsicht oder gar Änderung des eingeschlagenen Weges zu warten, ist sinnlos. Dieser wenig effektiven Zwangsversorgung entkommt man nicht, außer man verlegt seinen Wohnsitz ins Ausland. Mir scheint bei dem Thema auch wichtig, den "Staat" gibt es gar nicht. Wir müssen uns stattdessen handelnde Personen vorstellen, die mächtig und unangreifbar sind. Sie haben andere Interessen als der Arbeitslose, die Rentner am Existenzminimum, die alleinerziehende Mutter oder der Mensch mit zwei Minijobs, die für ein Leben in Würde nicht reichen. Dieses Millionenheer der Unterprivilegierten könnte den Grundstock für Sozialkapital bilden, wenn es sich organisiert. Wer Geduld und Zeit hat, mag darauf warten. Die ganz Schlauen haben sich schon vom Acker gemacht.