Dakar/Kinshasa - Die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen in der Demokratischen Republik Kongo ist auf mehr als 10.000 gestiegen. Laut am Dienstag von der Nationalen Institut für Öffentliche Gesundheit veröffentlichten Daten wurden seit Beginn des Ausbruchs im Mai 10.060 Fälle registriert. Mit rund 4.890 Toten ist knapp die Hälfte der Infizierten an den Folgen der Krankheit gestorben.
Die mit Abstand meisten Fälle wurden in der Ituri-Provinz im Nordosten des Kongo erfasst. Dort erkrankten den Angaben zufolge 7.211 Menschen seit Bekanntwerden des Ausbruchs Mitte Mai. Sieben weitere Provinzen sind betroffen. Auch in Uganda, Nigeria und Kenia waren Fälle gemeldet worden. Gegen die Bundibugyo-Variante des Virus, die für das Infektionsgeschehen verantwortlich ist, gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung.
Konflikte erschweren die Eindämmung
Der Ausbruch im Kongo ist der größte in der Geschichte des zentralafrikanischen Landes und der zweitgrößte, der jemals in Afrika verzeichnet wurde. Bei der bislang tödlichsten Ebola-Epidemie in Westafrika starben zwischen 2013 und 2016 mehr als 11.300 Menschen. Konflikte und Gewalt sowie ein unterfinanziertes Gesundheitssystem im Ostkongo erschweren die Eindämmung.
Die Entwicklungsorganisation One forderte zusätzliche Mittel für die Bekämpfung des Ausbruchs. Reiche Länder wie Deutschland müssten jetzt Geld bereitstellen, damit Gesundheitspersonal im Kongo bezahlt und geschützt werde, sagte Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von One. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte in Genf mit, dass eine angelaufene klinische Studie entscheidende Fragen zu dem Ebola-Ausbruch beantworten könnte. Ziel sei, einen Impfstoff gegen die Bundibugyo-Variante zu finden, hieß es. Am vergangenen Freitag seien im Kongo die ersten vier Menschen geimpft worden.
