Berlin - Amnesty International zeichnet den palästinensischen Rechtsanwalt Khaled Quzmar mit dem diesjährigen Menschenrechtspreis aus. Quzmar erhalte die Auszeichnung für seinen „langjährigen Einsatz für die Rechte von Kindern im illegal besetzten Palästinensischen Gebiet“, teilte die Organisation am Dienstag in Berlin mit. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung finde am 25. November in Berlin statt.
Der Kinderrechtsexperte hat den Angaben zufolge Menschenrechtsverletzungen im Westjordanland, in Gaza und in Ostjerusalem für UN-Gremien und internationale Gerichte dokumentiert. Außerdem habe er Kindern und ihren Familien Rechtsbeistand und psychosoziale Unterstützung ermöglicht, hieß es zur Begründung.
Quzmar war demnach Generaldirektor von „Defense for Children International - Palestine“ gewesen. Laut Amnesty schloss er die Organisation in diesem Frühjahr nach mehr als 35 Jahren „aufgrund der anhaltenden Schikanen“. Der im Westjordanland ansässige Rechtsanwalt sei wegen seiner Arbeit Repressionen und Diffamierungen durch israelische Behörden ausgesetzt, hieß es.
Duchrow macht Deutschland Vorwürfe
Die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Julia Duchrow, erklärte, Quzmar gebe seit fast 40 Jahren der „vulnerabelsten Bevölkerungsgruppe Palästinas eine Stimme: den Kindern“. Sie warf auch Deutschland als Verbündetem der israelischen Regierung vor, die Augen vor Menschenrechtsverletzungen zu verschließen und mit Waffenlieferungen dazu beizutragen. Zuletzt ging der Preis an die kolumbianische Fischer-Organisation Fedepesan.
