Nairobi/Juba - Bei einem Drohnenangriff auf einen Markt an der Grenze zwischen Südsudan und Sudan sind mindestens 73 Menschen getötet worden. Der Informationsminister der Region Abyei, Yohana Akol Ngor, machte die sudanesische Armee für den Angriff vom Montag verantwortlich, wie Radio Tamazuj berichtete. Abyei ist ein Gebiet mit besonderem administrativem Status, die Zugehörigkeit ist zwischen den Nachbarländern umstritten.
Unter den Todesopfern seien vor allem Händler, sowohl aus dem Sudan, als auch aus dem Südsudan, erklärte der Minister. Radio Tamazuj berichtete unter Berufung auf lokale Quellen, dass der angegriffene "Amiet Common Market” auch von der paramilitärischen RSF-Miliz genutzt wird, um Benzin zu kaufen. Seit 2023 herrscht im Sudan ein Krieg zwischen der RSF und der Armee, bei dem zehntausende Zivilistinnen und Zivilisten getötet wurden.
UN alarmiert über Drohneneinsätze
Beide Kriegsparteien haben den Einsatz von Drohnen zuletzt deutlich ausgeweitet. Allein in den vergangenen Tagen wurden im Sudan laut der Anwaltsvereinigung „Emergency Lawyers” mehr als 160 Unbeteiligte von Drohnen getötet. “Wir sind alarmiert über die anhaltenden tödlichen Drohnenangriffe im ganzen Land, bei denen Zivilisten, darunter auch Kinder, ums Leben kommen und lebenswichtige Versorgungsdienste beeinträchtigt werden", kritisierte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, am Montag (Ortszeit) in New York.
Der Krieg hat zu einer der weltweit größten Vertreibungskrisen geführt mit nach UN-Angaben rund 14 Millionen Menschen auf der Flucht. Mehrere Millionen sind aus dem Sudan in den Südsudan geflohen.
