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Frau Mende, gut dass Sie am Ende Ihres Artikels die Kurve noch packen und in die Spur zurück kommen. In Kumasi will man innerhalb von zwei Jahren eine Million Bäume pflanzen. Das sind etwa 1400 pro Tag. Die Stadt Moshi plant, eine Biogasanlage zu bauen, die in einem Jahr in Betrieb gehen soll. In Hamburg glaubt man, mehr CO2 einsparen zu können als zuhause. Diese drei Beispiele zeigen schon, wie wirklichkeitsfern die Ziele sind. Man braucht wenig Fantasie und nur gesehen haben, wie in Afrikas heißen Gegenden gearbeitet wird, um zu dem Schluss zu kommen: In Kumasi schaffen sie es vielleicht, 14 Bäume pro Tag einzubuddeln. Davon wird nach drei Monaten höchstens einer überlebt haben, denn Jungpflanzen muss man dort täglich gießen. Wenn man in Moshi jetzt noch plant, wie will man dann in einem Jahr die Anlage in Betrieb nehmen? Und die Hamburger sitzen einem Trugschluss auf. Gerade weil technische Innovationen in Daressalam noch nicht wirksam sind, werden die CO2-Emissionen nicht abnehmen sondern schneller zunehmen als in Hamburg. Derartige Irrtümer wären hinnehmbar, wenn danach nicht das Geld der deutschen Steuerzahler wortwörtlich in den Sand gesetzt würde. Frau Mende, machen Sie sich und Ihren Lesern die Freude, in einem Jahr die Biogasanlage in Moshi zu suchen und die überlebenden Bäume in Kumasi zu zählen. Und auch in Daressalam ist eine Zunahme des Wirtschaftswachstums nicht von steigendem Energieeinsatz zu trennen. Kritischer Journalismus muss mehr sein als nur Berichterstattung. Wir Wissenden müssen offensichtliche Fehlentwicklungen mindestens ansprechen, wenn wir sie schon nicht verhindern können. Petitesse zum Schluss: Wenn es dem Bürgermeister unter den Nägeln brennt, muss es etwas anderes sein als ökologische Probleme. Es brennt AUF den Nägeln, weil die Mönche beim Lesen ihrer Bücher Kerzen auf den Daumennägeln hatten.

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