Nicht nur Banken und Hedgefonds hätten gern höhere Preise, sofern sie "long" gehen. Auch der Bauer in Afrika, der Farmer in USA und der Getreidegroßhandel möchte gern mehr erlösen als bei der vorherigen Ernte. Denn meist sind innerhalb der Wachstumsperiode die Produktionskosten gestiegen. Die Marktpreise für Getreide werden von Angebot und Nachfrage bestimmt. Keine Bank, kein Hedgefonds, kein Großhändler und kein Spekulant könnte auf Dauer den Preis für eine Ware hoch halten, ohne diese Ware auch zu besitzen. Eine Verteuerung von Mais tritt ein, wenn Mais am Markt fehlt. Dazu müsste ihn jemand gekauft und anschließend dem Markt entzogen haben. Tatsächlich wurde Mais schon dem Markt entzogen, als man in den USA begann, das Lebensmittel Mais in Treibstoff umzuwandeln. Dadurch verdoppelte sich der Preis innerhalb kürzester Zeit. Das hatte aber gleich Auswirkungen auf die Anbaumenge, die sich entsprechend vergrößerte. Und wie bitte sollte jemand Millionen Tonnen Getreide dem Markt vorenthalten? Zurecht ist die Vorstellung umstritten, der Handel mit Derivaten oder die Preise der Warenterminbörsen würden den Preis des realen Gutes bestimmen. In Wirklichkeit kaufen "Spekulanten" den Farmern die Ernte schon ab, bevor sie eingebracht ist. Dabei gehen sie das Risiko ein, dass sich ihr Produkt am Markt verbilligt hat. Spekulanten können sich durchaus auch "entreichern", was bei Dervaten an der Tagesordnung ist. Dabei hat der Spekulant kein Gramm Getreide erworben, sondern er wettete auf eine festgelegte Preisentwicklung. Verlässt der Preis die erwartete "Range", muss er nachschießen also Geld hinlegen, oder er hat die Wette verloren. Selbst an den Terminbörsen, wo jedermann das Recht auf Lieferung einer größeren Menge ware zu einem bestimmten Zeitpunkt erwerben kann, besteht kein Zusammenhang zwischen den Terminpreisen und den Marktpreisen. Vor Auslaufen des Kontrakts verkauft der Anleger das Recht zum Bezug an jemanden, der die Ware wirklich braucht, möglicherweise mit Verlust. Der Erwerber hat dann den Vorteil, dass er erst im letzten Moment Geld locker machen muss, das zuvor woanders gearbeitet hat. Dies Abläufe gibt es mindestens seit dem Mittelalter, neu ist lediglich der wachsende Umfang und der Wert der Transaktionen. Beim Getreide geht es inzwischen um Mrd. Tonnen Jahresproduktion. Für welt-sichten wäre eine ernsthafte Abhandlung der Problematik in einem Gespräch unter Befürwortern und Gegnern der momentanen Preisfindung sicher ein Gewinn
Nicht nur Banken und Hedgefonds hätten gern höhere Preise, sofern sie "long" gehen. Auch der Bauer in Afrika, der Farmer in USA und der Getreidegroßhandel möchte gern mehr erlösen als bei der vorherigen Ernte. Denn meist sind innerhalb der Wachstumsperiode die Produktionskosten gestiegen. Die Marktpreise für Getreide werden von Angebot und Nachfrage bestimmt. Keine Bank, kein Hedgefonds, kein Großhändler und kein Spekulant könnte auf Dauer den Preis für eine Ware hoch halten, ohne diese Ware auch zu besitzen. Eine Verteuerung von Mais tritt ein, wenn Mais am Markt fehlt. Dazu müsste ihn jemand gekauft und anschließend dem Markt entzogen haben. Tatsächlich wurde Mais schon dem Markt entzogen, als man in den USA begann, das Lebensmittel Mais in Treibstoff umzuwandeln. Dadurch verdoppelte sich der Preis innerhalb kürzester Zeit. Das hatte aber gleich Auswirkungen auf die Anbaumenge, die sich entsprechend vergrößerte. Und wie bitte sollte jemand Millionen Tonnen Getreide dem Markt vorenthalten? Zurecht ist die Vorstellung umstritten, der Handel mit Derivaten oder die Preise der Warenterminbörsen würden den Preis des realen Gutes bestimmen. In Wirklichkeit kaufen "Spekulanten" den Farmern die Ernte schon ab, bevor sie eingebracht ist. Dabei gehen sie das Risiko ein, dass sich ihr Produkt am Markt verbilligt hat. Spekulanten können sich durchaus auch "entreichern", was bei Dervaten an der Tagesordnung ist. Dabei hat der Spekulant kein Gramm Getreide erworben, sondern er wettete auf eine festgelegte Preisentwicklung. Verlässt der Preis die erwartete "Range", muss er nachschießen also Geld hinlegen, oder er hat die Wette verloren. Selbst an den Terminbörsen, wo jedermann das Recht auf Lieferung einer größeren Menge ware zu einem bestimmten Zeitpunkt erwerben kann, besteht kein Zusammenhang zwischen den Terminpreisen und den Marktpreisen. Vor Auslaufen des Kontrakts verkauft der Anleger das Recht zum Bezug an jemanden, der die Ware wirklich braucht, möglicherweise mit Verlust. Der Erwerber hat dann den Vorteil, dass er erst im letzten Moment Geld locker machen muss, das zuvor woanders gearbeitet hat. Dies Abläufe gibt es mindestens seit dem Mittelalter, neu ist lediglich der wachsende Umfang und der Wert der Transaktionen. Beim Getreide geht es inzwischen um Mrd. Tonnen Jahresproduktion. Für welt-sichten wäre eine ernsthafte Abhandlung der Problematik in einem Gespräch unter Befürwortern und Gegnern der momentanen Preisfindung sicher ein Gewinn