Antisemitismus ist (neben dem Nazi-Vorwurf) wohl der härteste Vorwurf, der in Deutschland in einer politischen Diskussion erhoben werden kann, und die Meinungen darüber, wann eine Kritik an der israelischen Regierungspolitik antisemitisch ist, gehen auch unter Juden hier und Israel-Freunden sehr weit auseinander. Deshalb hatte ich mir durch die Überschrift der Buchbesprechung Aufklärung und Hilfe erhofft. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.
Vielleicht steht in dem Buch ja Überzeugenderes, aber nach der positiven Wiedergabe der grundlegenden Gedanken des Buches dominieren dort Einzelbeobachtungen (ohne ihre Reprasäntativität zu belegen), Unterstellungen und im wahrsten Sinne des Wortes kurzschlüssige Gedankenführungen, auch grundlegende Missverständnisse.
Es entsteht nicht der Eindruck, dass die Autoren die Diskussion versachlichen, Brücken bauen wollen. Es wirkt vielmehr genauso einseitig wie die Einseitigkeit, die den Pro-Palästinensern vorgeworfen wird.
Viele meiner Freunde haben sich ihr Leben lang für Israel, seine Existenz, seine Entwicklung und die deutsch-jüdische Versöhnung eingesetzt und sind - nach oft heftigen inneren Auseinandersetzungen - zu sehr entschiedenen Kritikern der (aktuellen!) israelischen Regierungspolitik geworden (übrigens auch deutsche Juden) und müssen sich dann heute in Diskussionen Antisemitismus vorwerfen lassen!
Ist es wirklich unzulässig, die Frage zu stellen, ob der Vorwurf des Antisemitismus oft nicht zu leichtfertig verwendet wird, um eine Auseinandersetzung mit menschenrechtlicher, theologischer und politischer Kritik, z.B. auch aus den israelischen Geheimdiensten zu unterbinden?
Kürzlich sagte mir ein deutscher Offizier und bekennender Israelfreund recht verzweifelt, Israel tue politisch alles, um seine (letzten) Freunde vor den Kopf zu stoßen.
Von dieser - fast tragischen - Problematik scheint in dem Buch offenbar nichts auf. Für mich sieht es nicht nach einer lesenswerten Lektüre als vielmehr nach einer verpassten Chance aus.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Antisemitismus ist (neben dem Nazi-Vorwurf) wohl der härteste Vorwurf, der in Deutschland in einer politischen Diskussion erhoben werden kann, und die Meinungen darüber, wann eine Kritik an der israelischen Regierungspolitik antisemitisch ist, gehen auch unter Juden hier und Israel-Freunden sehr weit auseinander. Deshalb hatte ich mir durch die Überschrift der Buchbesprechung Aufklärung und Hilfe erhofft. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.
Vielleicht steht in dem Buch ja Überzeugenderes, aber nach der positiven Wiedergabe der grundlegenden Gedanken des Buches dominieren dort Einzelbeobachtungen (ohne ihre Reprasäntativität zu belegen), Unterstellungen und im wahrsten Sinne des Wortes kurzschlüssige Gedankenführungen, auch grundlegende Missverständnisse.
Es entsteht nicht der Eindruck, dass die Autoren die Diskussion versachlichen, Brücken bauen wollen. Es wirkt vielmehr genauso einseitig wie die Einseitigkeit, die den Pro-Palästinensern vorgeworfen wird.
Viele meiner Freunde haben sich ihr Leben lang für Israel, seine Existenz, seine Entwicklung und die deutsch-jüdische Versöhnung eingesetzt und sind - nach oft heftigen inneren Auseinandersetzungen - zu sehr entschiedenen Kritikern der (aktuellen!) israelischen Regierungspolitik geworden (übrigens auch deutsche Juden) und müssen sich dann heute in Diskussionen Antisemitismus vorwerfen lassen!
Ist es wirklich unzulässig, die Frage zu stellen, ob der Vorwurf des Antisemitismus oft nicht zu leichtfertig verwendet wird, um eine Auseinandersetzung mit menschenrechtlicher, theologischer und politischer Kritik, z.B. auch aus den israelischen Geheimdiensten zu unterbinden?
Kürzlich sagte mir ein deutscher Offizier und bekennender Israelfreund recht verzweifelt, Israel tue politisch alles, um seine (letzten) Freunde vor den Kopf zu stoßen.
Von dieser - fast tragischen - Problematik scheint in dem Buch offenbar nichts auf. Für mich sieht es nicht nach einer lesenswerten Lektüre als vielmehr nach einer verpassten Chance aus.
Mit freundlichen Grüßen
Cay Gabbe