Auf der Suche nach der Identität....
Nicolas Michel beschreibt im o.g. Artikel eine Gruppe panafrikanischer Aktivisten, die in Paris und Marseille demonstrativ Kunstobjekte aus Museen wieder holen wollen, „weil sie nicht akzeptieren können, dass ein großer Teil des kulturellen Erbes mehrerer afrikanischer Länder sich in Frankreich befindet.“ Sie misstrauen den politischen Institutionen im Westen und in Afrika, wollen aber zum Mentalitätswandel beitragen. Unter Bezugnahme auf Aimée Césaire ( Karibik), Frantz Fanon (Algerien) und Thomas Sankara( (Burkina Faso), hoffen sie auf eine Bewusstwerdung, die es erlaubt,“sich ihre Kultur wieder anzueignen, um in Würde und Freiheit zu leben.“
Hoffentlich ist die Bewusstwerdung noch möglich, bevor über das ländliche ‚Subsistenz‘-Afrika mit einer städtischen Bevölkerung von 43% die neue Anpassungswelle )* ( an die modernen Zeiten) aus China und Europa hinwegrollt, der Einzelne seine Unabhängigkeit verliert und plötzlich in einer materiell vielleicht verbesserten, aber geistig abhängigen Sklaven- und Konsumwelt erwacht.
Obwohl es nicht sicher ist, ob die Objekte des Raubguts‘, wenn sie denn in Afrika verblieben wären, überhaupt noch existent wären, da sie vielleicht längst von Termiten zerfressen wären, ist der Tatbestand des Kunstraubs natürlich grundsätzlich zu verurteilen. Die Schuldzuweisungen an die ehemaligen Kolonialherren, die für den Identitätsverlust der Kolonisierten verantwortlich sein sollen, resultieren aber nicht nur allein durch den Raub von Kunstgegenständen, sondern vor allem auch durch den Konflikt zwischen ‚traditioneller‘ und ‚moderner ‚Lebensweise im Alltag. Das Festhalten an traditionellen Werten und Anbaumethoden der vorwiegend ländlichen (armen) Bevölkerung in Afrika ist ja mit die Ursache des mangelnden Interesses an den „Segnungen“ des materiellen-technischen Fortschritts der Weißen und Gelben, die doch letztlich Abhängigkeit von den neuen Kolonialherren produzieren, wenn aus Subsistenzbauern Lohnarbeiter werden...
Natürlich tragen auch die klimatischen Voraussetzungen dazu bei, unabhängig in der Gegenwart zu leben, da es klimatisch keine Notwendigkeit zu großer Vorratshaltung gibt, was sich auch in den indigenen Sprachen manifestiert: häufig gibt es mehrere ‚tempi‘ für die Vergangenheit und die Gegenwart, aber kaum eine für die Zukunft... Was in der aktuellen Debatte der „Black lives matter“ Bewegung übersehen wird, ist die Tatsache,dass es historisch einfach zu kurz gesprungen ist, für die allgemein prekäre Situation der Schwarzen in den USA und anderswo allein den Kolonialismus und seinen Sklavenhandel verantwortlich zu machen. Auch die afrikanischen Stammesgesellschaften waren und sind immer noch rassistisch geprägt, wenn die gegnerischen Stämme ( Rwanda-Massaker) entweder gleich massakriert werden oder zu Sklaven erniedrigt werden..
Der Sklavenhandel ist so alt wie die Menschheit und zieht seine Blutspur von den Anfängen der Zivilisation über Ägypten, Assyrien, Persien, Griechenland, Rom, die Araber und der Islam... i( s. Basil Davidson: Vom Sklavenhandel zur Kolonialisierung)..Im Zuge der Globalisierung ab dem 16. Jhdt. wurde der Sklavenhandel instrumentalisiert, um den Entwicklungsvorsprung im System der Freibeuterei, Eroberung, Plünderung bis zum ‚Raubtierkapitalismus‘ unserer Tage zu verfestigen. Aber auch im Islam ist das Sklaventum (Frau ist Sklave des Mannes) verinnerlicht und wird nicht in Frage gestellt.
Der technische Fortschritt, meist ein Produkt des militärischen Fortschritts ( d.h. des überlegenen
kooperativen Angriffs einer Gruppe gegen eine andere Gruppe) und seiner apokalyptischen Visionen,
das Prinzip der zunehmenden Beschleunigung = „Sofort“ ( P. Sloterdijke) als Zielmechanismus hat sich als „Tor zur Freiheit“ verkauft, kommt aber im Zeitalter der totalen Vernetzung an seine Grenzen, d.h., zum Stillstand, wie es die Corona- Pandemie beweist, von der die Länder mit dem höchsten städtischen Bevölkerungsanteil am meisten betroffen zu sein scheinen. Das vorwiegend ländliche Afrika( 2020: 43% städtisch) ist weniger betroffen ( vgl. „Warum Afrika der Schlüssel sein könnte, das Coronavirus zu verstehen“ , S 325) während vor allem die Schwarzen in den USA das Nachsehen haben:
• USA: 10 Mio Infizierte - 82 % städtische Bevölkerung
• Indien 8,5 „ „ - 75 % „ „
• Brasilien 7 „ „ - 87 % „ „
• Europa 6-7 „ „ - 75 % „ „
Der Wunsch der jungen Generation nach Würde und Freiheit wird von der höchsten Gesamtfruchtbarkeitsrate des afrikanischen Kontinents /2020) mit durchschnittlich 4,4 immer wieder konterkariert. während die übrige Welt bei 1,5 – 2,5 liegt. Durch die zahlreiche Kinderschar wird trotz aller Entwicklungsbemühungen für die armen Staaten (KKP = 4820 $ ;Industrieländer = mal 10 ) durch die vielen arbeitslosen Schulabgänger eine Verbesserung der Lebensverhältnisse ausgebremst: Entwicklungsvoraussetzung wäre eine Fertilitätsrate von 1.5 wie in China..dann würde der Lebensstandard steigen und statt kolonialer Minderwertigkeitsgefühle ein gesundes Selbstbewusstsein wachsen können . ( Okot Bitek (Uganda) in song of ocol: .... „warum wurde ich geboren als Schwarzer?“...)
Der Diebstahl des Kunstraubs, die Zerstörung kolonialer Denkmäler )**,das Anzünden von Autos, die Plünderung der Supermärkte wird der ‚ Black lives matter –Bewegung‘ langfristig nicht weiterhelfen. Der Anteil der Schwarzen innerhalb der Weltbevölkerung wird für 2050 auf 30 % prognostiziert, während der von USA und Europa von detzeit 15% auf 14 % sinken wird. Da hilft auch kein Jammern und Wehklagen über die primitive Lebenswelt mit der retardierten Teilhabe an den Statussymbolen der Konsum-zivilisation des Kaufens und Verkaufens ( „ ein besseres Leben“ ). Die selbstbewusste Verpflichtung, in seine Heimat zurückzukehren und den Kampf aufzunehmen, ist jedoch ein guter Ansatz der panafrikanischen Bewegung !!
Auf der Suche nach der Identität....
Nicolas Michel beschreibt im o.g. Artikel eine Gruppe panafrikanischer Aktivisten, die in Paris und Marseille demonstrativ Kunstobjekte aus Museen wieder holen wollen, „weil sie nicht akzeptieren können, dass ein großer Teil des kulturellen Erbes mehrerer afrikanischer Länder sich in Frankreich befindet.“ Sie misstrauen den politischen Institutionen im Westen und in Afrika, wollen aber zum Mentalitätswandel beitragen. Unter Bezugnahme auf Aimée Césaire ( Karibik), Frantz Fanon (Algerien) und Thomas Sankara( (Burkina Faso), hoffen sie auf eine Bewusstwerdung, die es erlaubt,“sich ihre Kultur wieder anzueignen, um in Würde und Freiheit zu leben.“
Hoffentlich ist die Bewusstwerdung noch möglich, bevor über das ländliche ‚Subsistenz‘-Afrika mit einer städtischen Bevölkerung von 43% die neue Anpassungswelle )* ( an die modernen Zeiten) aus China und Europa hinwegrollt, der Einzelne seine Unabhängigkeit verliert und plötzlich in einer materiell vielleicht verbesserten, aber geistig abhängigen Sklaven- und Konsumwelt erwacht.
Obwohl es nicht sicher ist, ob die Objekte des Raubguts‘, wenn sie denn in Afrika verblieben wären, überhaupt noch existent wären, da sie vielleicht längst von Termiten zerfressen wären, ist der Tatbestand des Kunstraubs natürlich grundsätzlich zu verurteilen. Die Schuldzuweisungen an die ehemaligen Kolonialherren, die für den Identitätsverlust der Kolonisierten verantwortlich sein sollen, resultieren aber nicht nur allein durch den Raub von Kunstgegenständen, sondern vor allem auch durch den Konflikt zwischen ‚traditioneller‘ und ‚moderner ‚Lebensweise im Alltag. Das Festhalten an traditionellen Werten und Anbaumethoden der vorwiegend ländlichen (armen) Bevölkerung in Afrika ist ja mit die Ursache des mangelnden Interesses an den „Segnungen“ des materiellen-technischen Fortschritts der Weißen und Gelben, die doch letztlich Abhängigkeit von den neuen Kolonialherren produzieren, wenn aus Subsistenzbauern Lohnarbeiter werden...
Natürlich tragen auch die klimatischen Voraussetzungen dazu bei, unabhängig in der Gegenwart zu leben, da es klimatisch keine Notwendigkeit zu großer Vorratshaltung gibt, was sich auch in den indigenen Sprachen manifestiert: häufig gibt es mehrere ‚tempi‘ für die Vergangenheit und die Gegenwart, aber kaum eine für die Zukunft... Was in der aktuellen Debatte der „Black lives matter“ Bewegung übersehen wird, ist die Tatsache,dass es historisch einfach zu kurz gesprungen ist, für die allgemein prekäre Situation der Schwarzen in den USA und anderswo allein den Kolonialismus und seinen Sklavenhandel verantwortlich zu machen. Auch die afrikanischen Stammesgesellschaften waren und sind immer noch rassistisch geprägt, wenn die gegnerischen Stämme ( Rwanda-Massaker) entweder gleich massakriert werden oder zu Sklaven erniedrigt werden..
Der Sklavenhandel ist so alt wie die Menschheit und zieht seine Blutspur von den Anfängen der Zivilisation über Ägypten, Assyrien, Persien, Griechenland, Rom, die Araber und der Islam... i( s. Basil Davidson: Vom Sklavenhandel zur Kolonialisierung)..Im Zuge der Globalisierung ab dem 16. Jhdt. wurde der Sklavenhandel instrumentalisiert, um den Entwicklungsvorsprung im System der Freibeuterei, Eroberung, Plünderung bis zum ‚Raubtierkapitalismus‘ unserer Tage zu verfestigen. Aber auch im Islam ist das Sklaventum (Frau ist Sklave des Mannes) verinnerlicht und wird nicht in Frage gestellt.
Der technische Fortschritt, meist ein Produkt des militärischen Fortschritts ( d.h. des überlegenen
kooperativen Angriffs einer Gruppe gegen eine andere Gruppe) und seiner apokalyptischen Visionen,
das Prinzip der zunehmenden Beschleunigung = „Sofort“ ( P. Sloterdijke) als Zielmechanismus hat sich als „Tor zur Freiheit“ verkauft, kommt aber im Zeitalter der totalen Vernetzung an seine Grenzen, d.h., zum Stillstand, wie es die Corona- Pandemie beweist, von der die Länder mit dem höchsten städtischen Bevölkerungsanteil am meisten betroffen zu sein scheinen. Das vorwiegend ländliche Afrika( 2020: 43% städtisch) ist weniger betroffen ( vgl. „Warum Afrika der Schlüssel sein könnte, das Coronavirus zu verstehen“ , S 325) während vor allem die Schwarzen in den USA das Nachsehen haben:
• USA: 10 Mio Infizierte - 82 % städtische Bevölkerung
• Indien 8,5 „ „ - 75 % „ „
• Brasilien 7 „ „ - 87 % „ „
• Europa 6-7 „ „ - 75 % „ „
Der Wunsch der jungen Generation nach Würde und Freiheit wird von der höchsten Gesamtfruchtbarkeitsrate des afrikanischen Kontinents /2020) mit durchschnittlich 4,4 immer wieder konterkariert. während die übrige Welt bei 1,5 – 2,5 liegt. Durch die zahlreiche Kinderschar wird trotz aller Entwicklungsbemühungen für die armen Staaten (KKP = 4820 $ ;Industrieländer = mal 10 ) durch die vielen arbeitslosen Schulabgänger eine Verbesserung der Lebensverhältnisse ausgebremst: Entwicklungsvoraussetzung wäre eine Fertilitätsrate von 1.5 wie in China..dann würde der Lebensstandard steigen und statt kolonialer Minderwertigkeitsgefühle ein gesundes Selbstbewusstsein wachsen können . ( Okot Bitek (Uganda) in song of ocol: .... „warum wurde ich geboren als Schwarzer?“...)
Der Diebstahl des Kunstraubs, die Zerstörung kolonialer Denkmäler )**,das Anzünden von Autos, die Plünderung der Supermärkte wird der ‚ Black lives matter –Bewegung‘ langfristig nicht weiterhelfen. Der Anteil der Schwarzen innerhalb der Weltbevölkerung wird für 2050 auf 30 % prognostiziert, während der von USA und Europa von detzeit 15% auf 14 % sinken wird. Da hilft auch kein Jammern und Wehklagen über die primitive Lebenswelt mit der retardierten Teilhabe an den Statussymbolen der Konsum-zivilisation des Kaufens und Verkaufens ( „ ein besseres Leben“ ). Die selbstbewusste Verpflichtung, in seine Heimat zurückzukehren und den Kampf aufzunehmen, ist jedoch ein guter Ansatz der panafrikanischen Bewegung !!