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Die erwähnten Zahlen und Fakten mögen richtig sein. Was fehlt, ist das Bindeglied zwischen den Analysen und den zu schaffenden Arbeitsplätzen. Politiker als Arbeitgeber sind schwer vorstellbar, aber irgendwie "entstehen" dann doch im günstigsten Fall die ersehnten Arbeitsplätze. Und da wird die Schwäche des Berichts erkennbar. Die Begriffe "Unternehmen" oder "Unternehmer" kommen nicht vor. Was etwas verschwurbelt mit "privater Sektor" umschrieben wird ist die Tatsache, dass in unserer weitgehend marktwirtschaftlich orientierten Welt die meisten Jobs aufgrund der Tätigkeit von Unternehmern, Geschäftsleuten und Firmenbesitzern geschaffen werden. Die entstehen also nicht aus dem Nichts und egal warum diese Leute jemanden einstellen, ohne sie geht es nicht. Es wäre an der Zeit, sich hierüber in aller Offenheit auszutauschen. Die Alternative im sogenannten Sozialismus, der Versuch ohne "Kapitalisten" auszukommen, ist krachend gescheitert und sogar die chinesische Führung räumt nun ein, dass es einen besseren Weg zum allgemeinen Wohlstand als das freie Unternehmertum nicht gibt. Deshalb erscheint mir wichtig, gerade jungen Menschen klar zu sagen: Wartet nicht auf ein Wunder, unternehmt selbst etwas! Ohne Unterschied werden in Griechenland, Spanien und in jedem krisengeschüttelten Land Menschen gebraucht, die sich für den Aufbau einsetzen und mit eigener Kraft und Ideen handelbare Werte schaffen. Dabei wäre die Öffentliche Hand in jedem Fall ein willkommener Auftraggeber, weil sie sich leichter verschulden kann als kleine und mittlere Unternehmen und weil sie selbst keine Werte schafft. Nicht unbeachtet bleiben darf dabei, dass keine Werte entstehen, wenn sich die Menschen gegenseitig die Haare schneiden und Kinder hüten. Der Dienstleistungssektor ist nur solange als Jobmotor zu gebrauchen, wie durch den Export von Produkten oder Rohstoffen Geld ins Land kommt. Dem kraftstrotzenden Exportgiganten China gegenüber stehen Versager wie Griechenland, Spanien, Italien und bald auch die USA, deren Scheinblüten auf Pump basierten und die auf den Weltmärkten zu wenig zu bieten haben. Unter den zornigen jungen Frauen und Männern wird es einige geben, die ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen. Die gilt es besonders zu fördern und zu unterstützen, denn eine erfolgreiche Firmengründung bleibt in den seltensten Fällen ein Einmannbetrieb. Dazu müsste aber auch von den Etagen die es angeht, die Unterstellung ausgeräumt werden, Unternehmer seien Ausbeuter und Blutsauger. Diese latente oder offene Ablehnung des privaten Kapitals führte und führt dazu, dass sich Unternehmer mit ihren Millionen und Milliarden verkrümeln, weil sie zum Beispiel im Erbfall existenzbedrohend besteuert oder zeitlebens von Finanzbeamten auf unterster Ebene schikaniert werden. Hier ist die Politik gefragt, denn in einem Klima von Neid und Missgunst ist nicht verwunderlich, wenn Millionäre ihren Wohnsitz nach England verlagern und danach für Einkünfte aus anderen Ländern keine Steuern mehr bezahlen müssen. (SPIEGEL 20/2012/Letzte Ausfahrt Kensington)

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