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Verblüfft liest man die Zeile, Gewehre und Pistolen wären todbringende Waffen. Der Wert dieser Erkenntnis relativiert sich schnell, wenn man im Text nach praktikablen Lösungsansätzen sucht. Dabei müsste es zuerst um die vorhandenen Kleinwaffen gehen und danach um die in aller Welt neu gefertigten. Unvermeidbar ist auch die Diskussion über die Massnahmen und den zeitlichen Horizont zu Reduktion des Waffenbesitzes. Unbestreitbar ist wohl der Umstand, dass sich der männliche Teil der Menschheit seit über 500 000 Jahren mit tödlichen Waffen versorgt. Das hat auch vernünftige Gründe und hier müssen alle Überlegungen ansetzen. Selten sind Waffen Mittel der Nahrungsbeschaffung, fast immer dienen sie als Regulatoren menschlicher Konflikte. Es ist ein Armutszeugnis und Ausdruck der Schwäche einer Gesellschaft, wenn sich der Einzelne nur bewaffnet sicher fühlt. Jedem US-Amerikaner sollte klar sein, es lauern keine Indianer mehr an der Grundstücksgrenze und viele Konflikte haben ihre Wurzel in der ungleichen Verteilung des Wohlstands. Unübersehbar ist aber auch, wie oft Menschen mit seelischen Erkrankungen zu Tätern werden. Da in jedem Land tausende potenzielle Monster frei herumlaufen, muss schlicht der ungehinderte Zugang zu Schusswaffen verhindert werden. Das ist in Deutschland und anderen Ländern schon ansatzweise geregelt. Neben der Zugriffserschwerung braucht es auch die psychologische Beobachtung. Hier ist ein weites Feld sinnvoller Einflussnahme, wenn bereits Kinder lernen, Waffen lösen keine Probleme sondern schaffen welche. Der Sonderfall Schweiz ist einer Betrachtung wert, denn dort haben Generationen von Wehrpflichtigen ihre Waffen zuhause im Schrank gelagert. Dass jede Lobby beim Eingriff in ihre Geschäfte aufheult, darf kein Hindernis sein. Jetzt ist wieder gute Gelegenheit, dafür zu sorgen, dass Waffenbesitz vernünftig begründet wird. Regelmäßige Prüfungen würden im Zweifel zum Entzug der Waffe führen, Es muss jedem klar sein, für die eigene Sicherheit sind zuerst die gesetzlichen Ordnunghüter zuständig. Waffen müssen weggesperrt werden, ihr Transport ausser Haus muss genehmigt und von geeigneten Personen begleitet werden. Verstöße müssen zum Einzug und zur Vernichtung der Waffen führen. Allein die immer höheren bürokratischen Hürden und die damit verbundenen Kosten hielten viele vom Waffenbesitz ab. Ächtung des unbegründeten Waffenbesitzes ist, wie das nicht weniger tödliche Rauchen, eine gesellschaftliche Aufgabe. Wenn man bedenkt, wie lange sich Menschen schon bewaffnen, kann man am raschen Fortschritt allerdings Zweifel haben.

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