Indien
Das indische Gesetz, das die Finanzierung von NGOs mit Geld aus dem Ausland reguliert, soll ein weiteres Mal geändert werden. Das könnte die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen noch schwieriger machen.
Beim Gipfeltreffen der BRICS-Staaten in Indien Mitte September fehlte Brasiliens Präsident Lula da Silva wegen des Wahlkampfes zu Haus. Sein Land spielt weiter eine treibende Rolle in der Gruppe von zehn Entwicklungs- und Schwellenländern – und bleibt zugleich ein pragmatischer Partner des Westens.
Im indischen Kota hat sich eine millionenschwere Bildungsindustrie etabliert, die Hunderttausende Jugendliche für die Aufnahmetests der Elite-Universitäten vorbereitet. Doch viele Studierende leiden unter dem Konkurrenzkampf und Erfolgsdruck - nicht erst seit der sogenannten Cockroach-Bewegung, die sich gegen geleakte Prüfungsergebnisse und Korruption stellt.
In Indien wurde das Lachyoga erfunden. Vor allem ältere Inderinnen und Inder praktizieren es, weil sie sonst nicht mehr viel zu lachen haben – und weil auch künstliches Lachen gesund ist. Und darüber machen sich jüngere Inder lustig.
Humor haben wir alle, sagt der Ethnologe Mirco Göpfert. Oft ist er subversiv, und es gibt auch schon immer Witze über Menschen, die anders sind. Doch inzwischen nutzen rechtsextreme und autoritäre Politiker Humor, um Gruppen zu diskriminieren und den Rahmen des Sagbaren auszuweiten. Das sollte uns beunruhigen, sagt Mirco Göpfert, Professor für Sozial- und Kulturanthropologie an der Goethe-Universität Frankfurt.
Angesichts eines zunehmenden Hindunationalismus in Indien haben sich die christlichen Kirchen des Landes zu einem neuen Dachverband zusammengeschlossen, um mit einer Stimme sprechen zu können. Initiiert hat das die katholische Kirche.
Mit Kakerlaken und Parasiten hat Indiens Oberster Richter Surya Kant kürzlich arbeitslose junge Regierungskritiker verglichen. Diese mobilisieren nun aufgrund der Schmähung eine große satirische Protestbewegung.
Die israelische Regierung fördert die Umsiedlung von Menschen aus Indien, die sich als Nachfahren eines jüdischen Stammes verstehen. Was als Heimkehr verkauft wird, stärkt gezielt den jüdischen Charakter ausgewählter Städte in Israel. Auch im Nordosten Indiens ist das Programm umstritten.
Im Frühjahr war Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker in Indien – ein symbolträchtiger Besuch, der für die Annäherung der beiden Länder steht. Dabei geht es nicht nur um Geopolitik und Handel, sondern auch um die Alpen als Traumkulisse für Indiens Filmindustrie.
Der Irankrieg zeigt einmal mehr, wie abhängig die globale Ernährung von fossiler Energie, Chemie und Logistik ist. Höchste Zeit, arme Länder von Dünger- und Nahrungsimporten zu entkoppeln und auf agrarökologische, krisenresistente Landwirtschaft zu setzen.
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