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Der Kommentar vermischt zwei Themen miteinander, die kaum etwas miteinander zu tun haben. Man kann, wie ich, dafür sein, dass die Bundesregierung ihre Aufnahmezusagen an Ortskräfte und gefährdete Menschenrechtler in Afghanistan aufrecht erhält und schnellstmöglich umsetzt, und trotzdem Kontakte zwischen der Bundessregierung und den Taliban richtig finden.
Deutschland unterhält zu vielen verbrecherischen Regimen in der Welt diplomatische Beziehungen, so zu Russland, Iran oder China. Das ist nicht toll aber jeweils aus unterschiedlichen Gründen notwendig. In Iran wurden in jüngster Zeit - auch pro Kopf gerechnet - eine vielfache Zahl an Oppositionellen ermordet wie dies in Afghanistan unter den Taliban der Fall ist. Soll man deshalb die diplomatischen Beziehungen zu Iran abbrechen. Nein. Trump hat es de facto versucht und landet jetzt doch wieder bei genau den Verhandlungen, die die Europäer jahrelang geführt haben, mit - wie sich jetzt zeigt - durchaus mit begrenztem Erfolg.
Im Übrigen leistet die EU umfassende humanitäre Hilfe in Afghanistan auch mit viel deutschem Geld und das schon unter Analena Baerbock. Und um diese Hilfe abwickeln zu können, unterhält die EU schon seit Längerem eine offizielle Vertretung in Kabul, die natürlich mit den Taliban Minister spricht und sprechen muss. Die Alternative wäre die Hilfe einzustellen. Wollen wir das, nur weil wir mit den Taliban nicht reden wollen?
Im Übrigen halte ich es für ein durchweg berechtigtes Anliegen der Bundesregierung, Schwerverbrecher nach Afghanistan abzuschieben. So gut wie niemand in Deutschland versteht, warum wir die hier behalten sollen. Es kommt hinzu, dass Afghnistan unter den Taliban ein relativ sicheres Land geworden ist, sicherer als viele andere Länder, in die Deutchland abschiebt. Diese Sicherheit ist natürlich darauf zurückzuführen, dass die Taliban selbst keine Terrorattentate mehr begehen. Im Ergebnis droht aber keinem Verbrecher, der nach Afghanistan abgeschoben wird, Gefahr. Und es drohen auch keine Folter und keine Todesstrafe. Welche humanitären oder ethischen Gründe sollen also dagegen sprechen, Schwerverbrecher abzuschieben. Es gibt aus meiner Sicht auch keine Norm des Völkerrechtes oder der UN, die dem entgegensteht.
Die Argumentation von Frau Kräuter richtet sich letztlich an einen kleinen elitären Kreis: Über 80 % der Deutschen bis weit in linksliberale Kreise hinein verstehen nicht, warum man keine Straftäter nach Afghanistan abschieben und warum man darüber nicht mit den Taliban reden soll.
Gleichzeitg kann und muss man die Herrschaft der Taliban natürlich weiter bekämpfen. Das schließt sich überhaupt nicht aus.

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