Albinismus in Uganda
Peter Ogik setzt sich für Menschen ein, die wie er selbst von Albinismus betroffen sind.
Albinismus in Uganda

Mit Mut gegen das Stigma

Menschen mit Albinismus kämpfen in Uganda gegen den Aberglauben und die Strahlen der Sonne. Allmählich trägt der Kampf Früchte.

Man hat mir schon viel Geld für die Nägel und das Haar meiner Tochter angeboten, aber lieber lebe ich in Armut, als sie zu verkaufen“, sagt Sarah Funga und legt den Arm fest um Nabirye, die in einen körperlangen Schal gehüllt ist. Ein Strohhut spendet ihrem Gesicht Schatten, ihre nackten Fußgelenke aber sind von der Sonne rot gefleckt. Die Falten an ihrem Hals sehen aus wie die einer 90-Jährigen. Dabei ist Nabirye eine junge Frau. Sie blinzelt in die Sonne, die auf ihre kreideweiße Haut eine fatale Wirkung hat.

In dem Viertel am Rand der Stadt Jinja im Südosten Ugandas ist Nabirye die Einzige mit Albinismus, einer relativ seltenen genetischen Veranlagung, die mit einem Mangel des Pigments Melanin einhergeht, das Augen, Haar und Haut Farbe gibt. Niemand weiß genau, wie viele Menschen weltweit mit Albinismus geboren werden, aber laut Statistiken ist in den USA und Europa etwa einer von 20.000 Menschen betroffen. In Subsahara-Afrika ist Albinismus deutlich häufiger. So ist in Tansania einer von 1400 betroffen, in Uganda etwa einer von 4000.

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erschienen in Ausgabe 9 / 2019: Mission und Macht

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