Heftarchiv 2010

Heft 12 / 2010
Schwache Staaten gelten als Bedrohung der internationalen Sicherheit. Wo die Regierung nicht ein Mindestmaß an Frieden und Ordnung schaffen kann, leidet aber vor allem die einheimische Bevölkerung. Versuche, in solchen Ländern von außen staatliche Strukturen zu schaffen, haben bislang nur sehr begrenzte Erfolge gebracht. Denn dabei wurde oft übersehen, dass Staaten in den Traditionen und politischen Werten der Gesellschaft verankert sein müssen. Sonst stehen sie auf verlorenem Posten.
Heft 11 / 2010
Der Ölreichtum beschert den Staaten am Persischen Golf satte Gewinne, allen voran Saudi-Arabien, das weltweit über die größten Erdölvorräte verfügt. Das Erdöl begründet auch die geopolitische Bedeutung der Region, in der sich die USA seit der iranischen Revolution immer mehr militärisch engagieren. Die außen- und innenpolitischen Spannungen im Nahen Osten hat das nicht gelöst - eher hat es sie verschärft.
Heft 10 / 2010
Die Erde wird ärmer. Jedes Jahr gehen laut Schätzungen mehrere Tausend Tier- und Pflanzenarten verloren. In manchen Fällen ist der Verlust der biologischen Vielfalt sichtbar, doch die meisten Arten sterben im Stillen. Das macht es für die Menschen schwierig zu begreifen, welcher Schatz damit verloren geht.
Heft 9 / 2010
Bestechung und Vetternwirtschaft gibt es nicht nur in Afrika, Asien und Lateinamerika, sondern überall auf der Welt. Aber in armen Ländern sind die Folgen besonders schwerwiegend, weil Korruption dort wertvolle Mittel abschöpft, die für die Bekämpfung der Armut gebraucht werden. Auch kann in ohnehin schwachen Staaten das Vertrauen zu den Behörden weiter untergraben werden. Transparenz und eine wachsame Gesellschaft, die sich gegen krumme Geschäfte ihrer Politiker wehrt, sind wichtige Voraussetzungen, um Korruption einzudämmen.
Heft 8 / 2010
Die Megastädte in den Ländern des Südens wachsen und damit auch ihre Probleme, die Einwohner mit Strom, Wasser und sanitären Einrichtungen zu versorgen. Das gilt vor allem für die Elendsviertel, die sich ungeplant und meist illegal an den Rändern der Metropolen ausbreiten. Deren Bewohner kämpfen um bessere Lebensbedingungen und mehr politische Beteiligung. Ihre Chancen, den Slums zu entkommen, sind jedoch gering. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist nirgends größer als in Millionenstädten.
Heft 7 / 2010
Bolivien, Ecuador und Peru ist es dank ihrer Bodenschätze gelungen, die Armut deutlich zu senken. Doch nach wie vor besteht eine große Kluft zwischen Arm und Reich. Vor allem im Andenhochland ringen die Bauern dem Boden mühsam eine bescheidene Ernte ab. Der Rohstoffabbau in den Andenländern und ihr Vorstoß auf den Weltmarkt ist bislang vor allem zu Lasten der Indigenen gegangen, die einen großen Anteil an der Bevölkerung stellen. Inzwischen haben sie sich mehr Rechte erkämpft.
Heft 6 / 2010
Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume, um neue Erfahrungen zu machen und sich die Welt zu erschließen. Das Recht auf Freizeit, Spiel und kulturelle Betätigung gehört zu den in der UN-Kinderrechtskonvention niedergelegten Rechten, ebenso wie der Schutz vor Gewalt und Ausbeutung und das Recht auf eine angemessene Grundversorgung. Das Ideal einer Kindheit, die von Arbeit, Gewalt und Tod unberührt bleibt, ist dagegen für reiche Länder typisch. Es auf arme Gesellschaften zu übertragen, hilft den Kindern dort nicht unbedingt.
Heft 5 / 2010
Menschenrechte sollen nicht nur vor staatlicher Willkür schützen, sondern auch ein Leben in Würde garantieren. Das muss stets neu erkämpft und verteidigt werden. Der menschenrechtsbasierte Ansatz in der Entwicklungsarbeit soll Benachteiligten zu mehr Mitsprache verhelfen und ihre Rechte einfordern, nicht zuletzt die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen.
Heft 4 / 2010
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos trifft sich alljährlich die globale Elite. Entscheidend ist die Beziehungspflege. Gespräche und Verabredungen, mit denen Superreiche global Einfluss nehmen, finden meist hinter verschlossenen Türen statt - jenseits demokratischer Kontrolle. In vielen Entwicklungsländern haben sich die Eliten dem globalen Kapitalismus verschrieben und kümmern sich wenig um die Interessen ihrer Bevölkerung.
Heft 3 / 2010
Wer Arbeit haben will, muss mobil sein - in reichen wie in armen Ländern. Doch während man in den Industriestaaten zwischen Fahrrad, Zug, Auto und U-Bahn wählen kann, ist das Angebot an Verkehrsmitteln in den Entwicklungsländern weit geringer. Auch Straßen und Schienen sind im Süden weniger ausgebaut. Für die wirtschaftliche Entwicklung ist eine Verkehrsplanung, die dem örtlichen Bedarf angepasst ist, aber unerlässlich.
Heft 2 / 2010
Der Handel mit Menschen blüht. Weltweit werden Kinder, Frauen und Männer verkauft, um ihre Arbeitskraft auszubeuten oder sie zur Prostitution zu zwingen. Manche lassen sich auf das Geschäft ein, um Not und Armut zu entkommen. Andere werden Opfer von Entführungen. Zwar gibt es in vielen Ländern Gesetze, die Menschenhandel unter Strafe stellen. Doch nur wenige Täter werden angezeigt und noch weniger verurteilt.