Heft 7 / 2010Zum Archiv 2010
Andenländer, alte Kulturen neue Politik
Bolivien, Ecuador und Peru ist es dank ihrer Bodenschätze gelungen, die Armut deutlich zu senken. Doch nach wie vor besteht eine große Kluft zwischen Arm und Reich. Vor allem im Andenhochland ringen die Bauern dem Boden mühsam eine bescheidene Ernte ab. Der Rohstoffabbau in den Andenländern und ihr Vorstoß auf den Weltmarkt ist bislang vor allem zu Lasten der Indigenen gegangen, die einen großen Anteil an der Bevölkerung stellen. Inzwischen haben sie sich mehr Rechte erkämpft.
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Andenländer

Heftschwerpunkt

Begehrter Reichtum
Die Vereinigten Staaten waren lange Zeit der dominante große Bruder der Andenländer. Doch ihr Einfluss schwindet und neue Partnerschaften in Politik und Wirtschaft werden ausgelotet.
Dem Wachstum geopfert
In Peru kämpfen die indigenen Völker seit Jahrzehnten um den Erhalt ihres Lebensraums
Eine Region im Aufbruch
Bolivien, Ecuador und Peru haben in den vergangenen Jahren einen beachtlichen Wirtschaftsaufschwung verzeichnet. Die Armut ist zwar deutlich zurückgegangen, doch die Kluft zwischen Arm und Reich ist noch immer groß.
Gegen große Widerstände
Bolivien und Ecuador waren lange Zeit von einer kleinen Elite beherrscht. Nach dem Amtsantritt „linker“ Präsidenten haben beide Länder neue Verfassungen erhalten. Die charismatischen Präsidenten sind zwar beliebt, neigen aber zu einem autoritären Politikstil.
Monokulturen und viel Chemie
Laut der Verfassung soll Ecuador zwar auf eine ökologische Landwirtschaft setzen und sich selbst versorgen können. Doch die Regierung fördert vor allem die Agrarindustrie.
„Wir fordern ein überparteiliches Schiedsgericht für Schuldenkrisen“
Ecuador ist es gelungen, einen Teil seiner Schulden zu begleichen oder nachzuweisen, dass Kreditverträge nicht legitim waren. Solche Fälle sollten nach Ansicht des Ökonomen Hugo Arias mit einem internationalen Verfahren geregelt werden, das nicht von den Gläubigern dominiert wird.

Welt-Blicke

Gefahr aus der Luft
Die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen geht weltweit zurück. Dennoch gibt es keine Entwarnung, wie ein neuer Bericht der WHO zeigt. Bei immer mehr Erkrankten versagen die herkömmlichen Antibiotika.
Hülle ohne Inhalt
Kaum jemand rechnet noch damit, dass beim Weltklimagipfel im mexikanischen Cancún ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verabschiedet wird. Bei den vorbereitenden Gesprächen in Bonn gab es erwartungsgemäß kaum konkrete Ergebnisse.
Isoliert und hochgerüstet
Eritreas Präsident Isaias Afwerki reagiert mit harter Hand. Die Vereinten Nationen werfen ihm die Unterstützung von Islamisten in Somalia vor und haben Sanktionen verhängt. Doch von den Vorgängen im Inneren des Landes nimmt die Weltöffentlichkeit schon lange kaum noch Notiz.
Spirituelle Ambulanz
Prominente wie die Präsidentschaftskandidatin Marina Silva und der Weltfußballer Kaká zählen sich zu den „Evangélicos“. Deren Regeln geben Halt und Orientierung. Doch für ihr Seelenheil müssen die Mitglieder tief in die Tasche greifen.

Standpunkte

Es geht um Afrika, nicht um uns
Das neue Konzept der Bundesregierung für den Kontinent setzt die falschen Akzente
Gegen Israel
Die Gaza-Flotte war keine humanitäre Hilfsaktion.
Möhren für Mutti
Die Organisation „Women in Europe for a Common Future“ hat eine beachtliche Entdeckung gemacht: „Frauen und Männer tragen unterschiedlich zum Klimawandel bei.“
Rücksichtsloses Milliardengeschäft
Die Ölindustrie zerstört die Umwelt und die Politik tut nichts dagegen.
Verschenktes Potenzial
Frauen sind auf internationaler Ebene zu wenig an Friedensprozessen beteiligt
„Die herrschende Weltordnung verrät die westlichen Werte jeden Tag“
Warum die Völker des Südens aufbegehren und die Entwicklungspolitik daran nichts ändern kann - ein Gespräch mit Jean Ziegler.

Journal

Afghanistan: Gemeinsames Ziel, getrennte Wege
Entwicklungsminister Niebel will die zivilen Hilfsorganisationen in Afghanistan stärker mit dem Militär vernetzen. Die Deutsche Welthungerhilfe lehnt diese Kooperation nach wie vor ab. Ein gewisses Maß an Koordination sei aber durchaus geboten, sagt Generalsekretär Wolfgang Jamann.
Ärger über Brüsseler Spielchen
Die Länder des südlichen Afrika rebellieren gegen das geplante Handelsabkommen mit der EU
Das kulturelle Erbe in die Zukunft retten
Der Stuttgarter Verein „Freunde Aleppos“ unterstützt die zweitgrößte Stadt Syriens bei der Erhaltung der historischen Altstadt und der Bewahrung ihres kulturellen Erbes.
Die Vielfalt auf den Äckern schwindet
Die Kontrolle über das Saatgut muss bei den Bauern und Bäuerinnen liegen und nicht bei großen Konzernen. Das hat eine internationale „Saatgut-Karawane“ gefordert, die Anfang Juni durch die Schweiz tourte.
Eine neue Heimat für die deutsche Entwicklungshilfe
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit soll zum „Exportschlager“ werden, sagt Entwicklungsminister Dirk Niebel. Erreichen will er das mit der Verschmelzung der drei staatlichen Durchführungsorganisationen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, InWent und Deutscher Entwicklungsdienst.
Folgenschweres Versäumnis
Als die EU vor vier Jahren eine neue Regelung zur Förderung von Projekten im Rahmen der EU- Entwicklungszusammenarbeit verabschiedet hat, haben die maßgeblichen Leute nicht aufgepasst und eine Kleinigkeit vergessen – mit der Folge, dass Hilfsorganisationen Steuern und Zölle nun generell nicht mehr als Projektkosten angeben dürfen.
Nicht alle Kinder lachen über Tortenschlachten
Kinderprogramme sollten auf die Alltagserfahrungen von Jungen und Mädchen zugeschnitten sein und ihnen Möglichkeiten der Identifikation bieten. Das Kinderfernsehen-Festival „Prix Jeunesse“ hat gezeigt, dass das in vielen Weltregionen nicht der Fall ist.
Nichtstaatliche Hilfe auf dem Prüfstand
Die nichtstaatlichen Hilfsorganisationen in Österreich wollen zeigen, dass ihre Arbeit wirkt. Mit der Konsultation, die fortgesetzt werden soll, bereiten die Organisationen sich auf die internationale Konferenz zur Wirksamkeit der Entwicklungshilfe Ende 2011 in Seoul vor.
Niebel ruft DAC-Vorsitzenden zurück
Die Bundesregierung zieht den Vorsitzenden des OECD-Entwicklungshilfeausschusses (DAC), Eckhard Deutscher, zum Jahresende von seinem Posten zurück – offenbar im Streit.
Starke Kirchen durch bessere Führung
Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) in Wuppertal hat Bischöfe aus Asien und Afrika zu einem Management-Training nach Deutschland eingeladen. Drei Wochen lang haben sich die 13 Kirchenführer mit Personalführung, Organisationsentwicklung und Projektmanagement auseinandergesetzt.
Zu Besuch auf dem Pulverfass
Mitte Mai hat ein zehnköpfiges Team des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) Nigeria besucht und sich über die Hintergründe der immer wieder aufflammenden Konflikte zwischen Christen und Muslimen informiert.

Süd-sichten

„Das Wasser ist die wichtigste Lebensversicherung“
Im Gespräch mit dem brasilianischen Bischof und Umweltaktivisten Dom Flavio Luiz Cappio. Er kämpft seit Jahrzehnten für den Erhalt der natürlichen Wasserquellen und gegen Privatisierungspläne multinationaler Konzerne.