Heftschwerpunkt
Der Lebensraum von Wildtieren schrumpft – und klimabedingte Dürren treiben Elefanten, Schlangen und Löwen näher an menschliche Siedlungen. Das kann für beide Seiten tödlich enden. Vor allem die Menschen müssen ihr Verhalten anpassen.
Die Emissionen von Streitkräften tragen stark zur Erderwärmung bei, und manche Armeen wollen sie verringern. Zugleich stellt Extremwetter sie vor neue Probleme auf dem Gefechtsfeld und vor neue Aufgaben in der Nothilfe.
Seit der Unabhängigkeit des Südsudans bemüht sich die UN-Blauhelmmission UNMISS darum, die Sicherheitslage in dem Land zu stabilisieren und die Bevölkerung zu schützen. Seit 2023 hat die Mission eine Abteilung, die die Folgen des Klimawandels für die Sicherheit in den Blick nimmt. Johnson Nkem erklärt, wie Klimafolgen Konflikte im Land befeuern und wie UNMISS sich darauf einstellt.
Der Klimawandel heizt den Krieg im Osten der Demokratischen Republik Kongo weiter an. Mehrere Initiativen wollen mit Umweltschutz verfeindete Gruppen zum Nutzen aller zusammenbringen und so Frieden fördern.
Lange Dürren, Starkregen, große Hitze – der Klimawandel verschlechtert die Lebensbedingungen vieler Menschen, besonders in ärmeren Ländern. Das kann lokale Streitigkeiten begünstigen. Aber es als Ursache von Kriegen anzusehen, ist ein Kurzschluss.
In Brasilien rückt die industrielle Landwirtschaft in Gebiete vor, in denen indigene Gemeinschaften und Kleinbauern leben. Wo das geschieht, häufen sich Konflikte – oft zusätzlich vom Klimawandel angefacht. Der Staat schaut dem weitgehend tatenlos zu.
Syrien leidet unter den Folgen des Kriegs und der jahrzehntelangen Diktatur. Um den Frieden zu sichern, fordert die Zivilgesellschaft in Städten wie Homs eine lückenlose Aufarbeitung. Doch die Übergangsjustiz weist strukturelle Schwächen auf – ohne eine konsequente strafrechtliche Verfolgung der Täter bleibt die Heilung der Gesellschaft ungewiss.
Die Deutsche Umwelthilfe klagt gegen das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Solche Verfahren häufen sich, nicht nur in Deutschland. Kritiker wittern Rechtsmissbrauch und bezweifeln, dass das dem Klimaschutz nützt.
In Streitfällen wie zwischen Bauern und Hirten wenden sich Geschädigte oft nicht an die Polizei, denn Gerichtsverfahren sind teuer und langwierig. Örtliche Chiefs lösen viele Konflikte am Ort schneller, kostenlos und friedlich.
Völkermord gilt als das „Verbrechen aller Verbrechen“. Der Vorwurf wiegt schwer und die Gefahr besteht, dass er politisch missbraucht wird. Die Sozialwissenschaftlerin Line Engbo Gissel ist trotzdem dafür, dass der Begriff in der politischen Auseinandersetzung verwendet werden darf – und nicht nur vor Gericht. Über die Genozid-Vorwürfe gegen Myanmar und Israel und das Risiko, den Begriff zu missbrauchen.
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