Korruption
Ende Januar hat der Schweizer Bundesrat eine neue Strategie zur Bekämpfung von Korruption veröffentlicht. Sie verbessert einiges im Kampf gegen die Korruption Schweizer Unternehmen im Ausland, lässt aber eine entscheidende Frage offen.
Kambodscha ist ein Zentrum für internationalen Onlinebetrug. Das Land geht jetzt dagegen vor, aber nur unter starkem Druck von außen. Zusätzlich braucht es strenge Regeln für das globale Finanzwesen, meint Bernd Ludermann.
In Guatemala hat der sogenannte Pakt der Korrupten die obersten Gerichte seit Jahren fest im Griff. Damit sichert sich eine von Korruption durchzogene Elite Macht und Straffreiheit. Die anstehenden Justizwahlen könnten das ändern.
Ghana gilt vielen als afrikanisches Vorzeigeland für gute Regierungsführung. Nun legt ein US-amerikanischer Afrikawissenschaftler eine Studie vor, wonach Korruption dort nie besiegt wurde. Leider bringt er viele Quellen, aber wenige neue Einsichten.
In dem ostafrikanischen Land Tansania stehen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen an. Die amtierende Präsidentin Samia Hassan ist in der Bevölkerung nicht beliebt, ihr bekanntester Gegner sitzt hinter Gittern.
In Usbekistan ist eine Entbindungsstation eröffnet worden – mit Geld, das die Tochter des inzwischen gestorbenen usbekischen Präsidenten in der Schweiz illegal erwirtschaftet hatte. Das Projekt gilt als vorbildlich bei der Rückführung von Potentatengeldern.
Uruguay, Chile und Costa Rica haben Bestechung und Unterschlagung unter Kontrolle gebracht. Doch in den meisten anderen Ländern fehlt der Wille, Korruption ernsthaft zu bekämpfen, sagt Delia Ferreira, ehemalige Vorsitzende von Transparency International.
Wie politische Korruption großen Stils funktioniert, zeigt der Fall Mosambik zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts: Ein Netzwerk aus einem Schiffbaukonzern, Politikern, Bankern und Vermittlern – auch aus Europa – hat auf Kosten der Staatskasse Milliarden verschoben.
Die Gefängnisse im Kongo sind komplett überfüllt. Dabei sind die Zustände so schlimm, dass Inhaftierte verhungern. Für etwas Besserung sorgt vor allem eines: Bestechung.
Kirchliche Hilfswerke gehen heute professioneller mit Korruption in ihrer Arbeit um als vor zwanzig Jahren. Anti-Korruptions-Teams bearbeiten Verdachtsfälle, würden aber gern mehr zur Vorbeugung tun. Noch ist der Kampf gegen Korruption kein Querschnittsthema wie etwa Gendergerechtigkeit.
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