Ökumene
Der Weltgebetstag wird gern belächelt, doch in den hundert Jahren seines Bestehens haben christliche Frauen aus aller Welt das Forum schon häufiger genutzt, um heikle politische Themen anzusprechen und sich darüber auszutauschen. Das eröffnet den Beteiligten neue Perspektiven auf die Welt.
Palästinensische Christen kritisieren scharf, dass Kirchen anderswo, gerade in Deutschland, Israels Vorgehen in Gaza und der Westbank nicht verurteilen. Zu diesen Vorwürfen schweigen die deutschen Kirchen bisher.
Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld aufzudecken, ist immer schwierig. Auch im Fall deutscher Priester, die vor Jahrzehnten in Afrika oder Lateinamerika für deutsche katholische Werke arbeiteten und Abhängige missbrauchten.
Der Ökumenische Rat der Kirchen hat eine Handreichung vorgelegt, wie Banken und andere Finanzinstitute für ihren Beitrag zur Erderhitzung zur Rechenschaft gezogen werden können. Bei Trainings wird bereits darauf zurückgegriffen.
Über den Umgang mit Homosexualität wird heftig in der Ökumene gestritten – bis hin zu Drohungen mit Kirchenspaltung. Was es braucht damit Kirchen im Gespräch bleiben, erklärt Anton Knuth, Studienleiter der Missionsakademie in Hamburg.
Christliche Zentren im Nordirak wie Qaraqosh haben sich von den Angriffen des Islamischen Staates kaum erholt. Lokale Kirchen fordern nun, die christliche Stimme im Parlament zu stärken.
Ende Oktober haben indische Behörden eine Delegation der Gossner Mission und des Kirchenkreises Emden-Leer des Landes verwiesen. Ihnen wird vorgeworfen, an missionarischen Veranstaltungen teilgenommen zu haben.
In Nicaragua verschärft sich der Konflikt zwischen der Regierung und der katholischen Kirche. Beobachter sprechen mittlerweile von „religiöser Verfolgung“. Der Papst hält sich allerdings mit öffentlichen Äußerungen zurück.
Ende August kamen 4000 Delegierte zur 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen zusammen. Ohne ihn wäre die Welt ärmer, meint Katja Dorothea Buck.
Zuhören, bestärken und im Zweifel Druck machen: So versteht Frank Schwabe seine Aufgabe als Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Bei seiner Reise nach Nigeria hat er genau das getan.
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