Heft 5 / 2010Zum Archiv 2010
Menschenrechte - Für ein Leben in Würde
Menschenrechte sollen nicht nur vor staatlicher Willkür schützen, sondern auch ein Leben in Würde garantieren. Das muss stets neu erkämpft und verteidigt werden. Der menschenrechtsbasierte Ansatz in der Entwicklungsarbeit soll Benachteiligten zu mehr Mitsprache verhelfen und ihre Rechte einfordern, nicht zuletzt die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen.
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Menschenrechte

Heftschwerpunkt

Anspruch statt Almosen
Der menschenrechtsbasierte Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit stellt die Rechte der Armen in den Mittelpunkt. Das hilft, Ungerechtigkeiten abzubauen, es macht den Ansatz aber nicht zu einem Allheilmittel im Kampf gegen die Armut.
Das Recht auf ein würdiges Leben
Staaten sind verpflichtet, die Menschenrechte zu achten, zu schützen und zu gewährleisten. Das gilt auch für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte; auch sie können im Prinzip eingeklagt werden.
In der Klemme
In zahlreichen Ländern kämpfen nichtstaatliche Organisationen um ihren Handlungsspielraum. Die Schwierigkeiten, auf die vor allem Menschenrechtsaktivisten stoßen, unterscheiden sich jedoch erheblich je nach politischem Umfeld.
Nie mehr hungrig zu Bett
Indiens Regierung hat angekündigt, das Recht auf Nahrung gesetzlich zu verankern, so dass Einzelne vor Gericht klagen können, wenn es nicht gewährleistet ist.
Schmutziges Gold
Der Bergbau hat im Südpazifikstaat Papua-Neuguinea eine herausragende volkswirtschaftliche Bedeutung. Die Bevölkerung profitiert davon allerdings nur wenig.
„Manchmal muss man deutliche Signale setzen“
Dass die Entwicklungspolitik die Achtung der Menschenrechte befördern soll, ist unstrittig. Weniger klar ist, welche Mittel sie einsetzen kann und soll, wenn ein Partnerland diese Rechte missachtet. Der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel nimmt dazu Stellung.
„Trotz Gewalt können wir friedlich zusammen leben“
Die methodistische Kirche in Sri Lanka fürchtet Einschränkungen der Religionsfreiheit - ein Gespräch mit Pfarrer Ebenezer Joseph. Er ist seit 2005 Präsident der Methodistischen Kirche des Landes.

Welt-Blicke

Appell an die Werte der Stämme
In Regionen des Jemen, wo der Staat Macht verliert, kann das Terrornetzwerk Al-Qaida seinen Einfluss ausweiten. Dabei sind die radikalen Dschihadisten aber auf die Unterstützung der Stammesgesellschaften angewiesen – und die ist ihnen nicht sicher.
Der Kult der Killer
Ende Dezember 2009 hat die ugandische Rebellengruppe der Lord’s Resistance Army im Kongo hunderte Menschen getötet. Dass das Treiben der LRA bislang nicht gestoppt werden konnte, liegt auch daran, dass sie von höchster Stelle unterstützt wird.
Gegen die militarisierte Gesellschaft
Junge Kolumbianer, die den Dienst bei der Armee verweigern, haben keinen leichten Stand. Zwar hat im Oktober 2009 das oberste Verfassungsgericht das Recht auf Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen erstmals grundsätzlich anerkannt. Doch das hat die Lage der Verweigerer bislang nicht verbessert.
Vermeidbare Todesfälle
Die Kindersterblichkeit ist in den vergangenen Jahren zwar weltweit gesunken. Doch Durchfall, Lungenentzündung oder Infektionen bei der Geburt führen weiter jedes Jahr zum Tod von Millionen Mädchen und Jungen in Entwicklungsländern.

Standpunkte

Auf einen Streich
Ibrahim Babangida möchte zu gern wieder regieren. Dummerweise hört das Militär Nigerias, mit dem er sich 1985 an die Macht geputscht hatte, inzwischen nicht mehr auf sein Kommando.
Die schädliche Gier nach Fleisch
Seit Jahren steigt der Appetit auf Rind, Schwein, Pute und Lamm kontinuierlich – vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern. Das fördert die Massentierhaltung und erhöht damit die Risiken für Klima, Umwelt und Gesundheit.
Kaufen, sparen – und damit etwas Gutes tun
Wer helfen will, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen und Männern in Entwicklungsländern zu verbessern, kann das auch von zu Hause aus – zum Beispiel mit dem Konsum fair gehandelter Produkte.
„Die Bombe zu bauen ist leider gar nicht so schwierig“
Experten haben dem Atomwaffensperrvertrag mangels Wirksamkeit schon häufiger das Ende prophezeit. Laut Annette Schaper von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung ist er derzeit jedoch ohne Alternative.

Journal

Anstöße für eine neue Integrationsdebatte
Organisationen fordern, Österreich als Einwanderungsland anzuerkennen
Eine Stimme aus dem Labyrinth
Mit dem neuen Außenamt dürfte die Außenpolitik der EU noch unübersichtlicher werden
Einsatz ohne Plan
In Deutschland immer lauter nach der Strategie für Afghanistan gefragt. Klare Antworten sind Mangelware, wie eine Tagung in der Evangelischen Akademie Loccum gezeigt hat.
Kakao ohne bitteren Nachgeschmack
Aachens Kirchen setzen auf faire Schokolade, die Hersteller reagieren reserviert
Kirchliche Not- und Entwicklungshilfe sichtbarer machen
Mit der ACT Alliance ist Ende März eines der weltweit größten Bündnisse humanitärer Hilfsorganisationen offiziell aus der Taufe gehoben worden.
Klimapolitik: Brüssel sortiert sich neu
Bis zum Jahresende setzt die Europäische Union sich nur kleine Ziele
Lidl am Pranger
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat bereits vor Jahren gegen Lidl geklagt. Der Discounter gaukle faire Arbeitsbedingungen vor, während in Wahrheit die Verhältnisse in den Produktionsstätten in Bangladesch oft katastrophal seien.
Ministerium: Kürzung bei „weltwärts“ kein Problem
Das Freiwilligenprogramm „weltwärts“ für junge Leute gilt als Erfolg. Doch jetzt werden die Mittel gekürzt, und auch die Zahl der zu Entsendenden soll langsamer steigen als bislang geplant.
Neuer Fokus auf Bildung
Ein neues Programm unterstützt künftig fortgeschrittene Studenten sowie wissenschaftliche Einrichtungen in den Partnerländern der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Davon sollen auch die eigenen Hochschulen profitieren.
Rückenwind für Klimaschützer
Nach dem Scheitern der UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen wurde die "Weltkonferenz der Völker über Klimawandel und Rechte der Mutter Erde" zum Aufbruchsignal für Umweltschützer.
Sicherheitsnetz für arme Haushalte
Millionen Arme in Entwicklungsländern haben kein soziales Netz. Mikroversicherungen gelten deshalb in der Entwicklungszusammenarbeit als neues Instrument der Armutsbekämpfung.
Von einer Strafe Gottes spricht niemand mehr
Hochrangige Vertreter zahlreicher Weltreligionen haben sich Ende März in den Niederlanden zum ersten interreligiösen HIV/Aids-Gipfel getroffen.
„Als wären wir wieder in den 1990er Jahren“
Die Mittel für HIV/Aids-Programme in Ländern des Südens und Ostens werden knapper. Vertreter von Hilfsorganisationen mahnen, dass dies Erfolge aus der Vergangenheit zunichte machen könnte.

Süd-sichten

„Wir missionieren nicht in Marokko“
Kirchen helfen Studenten und Flüchtlingen aus Afrika südlich der Sahara - ein Gespräch mit Pfarrer Jean-Luc Blanc.