Philippinen
Der Präsident inszeniert sich als Kümmerer (links): Rodrigo Duterte und Vizeprä­sidentin Maria Leonor Robredo entzünden Ende 2016 Kerzen zum dritten Jahrestag der Zerstörung Taclobans.    
Philippinen

Demokratie wird von unten wiederbelebt

Präsident Rodrigo Duterte regiert die Philippinen mit rücksichtsloser Härte. Auch in armen Bevölkerungsgruppen ist er populär – aber dort entstehen auch neue Formen gelebter Solidarität und Demokratie.

Mit Gottes Gnade werde ich zu gegebener Zeit zurück sein“ – dieses Versprechen hat der philippinische Präsident Rodrigo Duterte am 9. November 2016 an einem schwülen Mittwochnachmittag auf einer behelfsmäßigen Bühne vor einem Massengrab den Menschen von Tacloban gegeben. Am dritten Jahrestags des Taifuns Haiyan versicherte er den Überlebenden, dass Hilfe kommen werde. Er werde persönlich dafür sorgen, dass Familien wieder ein Dach über dem Kopf bekämen. Und sogar ein Schwimmbad solle es geben. Denn wer den bis dahin weltstärksten Sturm überlebt habe, verdiene nicht weniger, befand er. Duterte war damals erst vier Monate im Amt.

###bild-2-31###Zwei Jahre später kehrte der Präsident in eine Stadt zurück, die sich allem Anschein nach erholt hatte, um dort das Festival der Lichter zu feiern. Zwischen seinen beiden Besuchen hatten Familien, die jahrelang vernachlässigt worden waren, ein neues Zuhause bekommen. Straßenarbeiten waren abgeschlossen, Bauten zum Hochwasserschutz fertiggestellt. Sogar der Bau eines neuen Flughafens war genehmigt.

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erschienen in Ausgabe 10 / 2019: Ab in die Steueroase

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