Thailand
 Muslimische Schülerinnen im Mai 2013 neben einer thailändischen Soldatin, die ihre Schule in der ­Patani-Provinz bewacht. Anschlägen von Separatisten sollen schon Kinder zum Opfer ­gefallen sein.

Abdullah Wangni/dpa/EPA

Thailand

Ein Fall von Kolonialherrschaft?

Muslimische Malaien wollen im Süden von Thailand einen eigenen Staat. Sie können viele historische Gründe anführen, haben aber keine aussichtsreiche Strategie.

Unabhängigkeitsbewegungen erschaffen sich mit Geschichten, die wieder und wieder erzählt werden, um die gemeinsame Historie lebendig zu halten. Jedes Unglück, das die Gruppe trifft, wird zu einer neuen Geschichte. Und wie jede Tragödie enthält jede sezessionistische Erzählung einen schicksalhaften Wendepunkt, der die Bewegung dahin geführt hat, wo sie nun steht. 
Im Fall von Patani kam dieser Wendepunkt 1786, als das Sultanat dem Königreich Siam unterlag, wie Thailand damals hieß. Zuvor, bis Ende des 18. Jahrhunderts, war das Sultanat Patani, das die heutigen thailändischen Provinzen Pattani, Yala und Narathiwat sowie vier Bezirke der Provinz Songkhla umfasste, die wirtschaftliche und politische Drehscheibe der malaiischen Halbinsel und ein führendes Zentrum islamischer Wissenschaft. Danach wurde Patani zum Vasallenstaat, der Tribut zahlen musste. 

 welt-sichten

...

erschienen in Ausgabe 6 / 2021: Selbst bestimmen!

Neuen Kommentar schreiben