Spendenplattformen
 Auch offline wird noch viel gesammelt – ein Kind in Erfurt mit Spendenbüchse der Sternsinger. 

Michael Reichel/picture alliance

Spendenplattformen

Pragmatische Spendenakquise

Soziale Medien und Spendenplattformen haben die Öffentlichkeitsarbeit von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit verändert. Inhaltlich neu ist der hohe Stellenwert der Wirkungsmessung im direkten Vergleich.

Plastikmüll aus dem Meer fischen, „4,50 Euro für sauberes Wasser für eine ganze Familie“,  „Kleinbäuerinnen durch Bildung ermächtigen“ – Wer in der Entwicklungszusammenarbeit Gutes tun möchte, bekommt dazu über die wachsende Zahl von Spendenplattformen im Internet reichlich Gelegenheit. Bislang liegt der Anteil der Spenden, der online über Plattformen wie „Betterplace“ oder „HelpDirect“ eingeht, nur im einstelligen Prozentbereich, berichtet Burkhard Wilke, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI): „Von den elf Milliarden Euro, die in Deutschland Jahr für Jahr für karitative Zwecke gespendet werden, laufen maximal mittlere zweistellige Millionenbeträge über Spendenplattformen.“

„Betterplace“ etwa habe als mit Abstand größte deutsche Spendenplattform im Jahr 2019 rund 19 Millionen Euro an Spenden vermittelt. Dennoch habe der noch relativ junge digitale Ansatz die Öffentlichkeitsarbeit traditioneller Spendenorganisationen deutlich verändert. So habe etwa die Kommunikation und auch die Spendenwerbung über soziale Medien bei vielen nichtstaatlichen Entwicklungsorganisationen rasant zugenommen. Und das nicht nur quantitativ: „Traditionelle Entwicklungs-NGOs haben ihre Öffentlichkeitsarbeit auch inhaltlich an den Diskurs in den digitalen Medien angepasst.“ So werden etwa häufiger kleinteilige Spendenzwecke angeboten, etwa Projektspenden oder symbolische Hilfsartikel über „Spenden-Shops“. 

...

erschienen in Ausgabe 7 / 2021: Entwicklung wohin?

Schlagworte

Neuen Kommentar schreiben