Erdüberlastungstag: Ab Sonntag lebt Deutschland auf Pump

Würden alle Menschen so leben wie in Deutschland, bräuchte es knapp drei Erden, um die jährlich verbrauchten Ressourcen zu erneuern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert daher Sofortmaßnahmen.

Berlin - Deutschland erreicht seinen diesjährigen Erdüberlastungstag bereits am Sonntag (10. Mai). Nach nur gut vier Monaten seien damit alle erneuerbaren Ressourcen verbraucht, die eigentlich für das ganze Jahr reichen sollen, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin mit. Dies sei besonders auf den Einsatz fossiler Energien zurückzuführen.

Hauptverursacher sind nach BUND-Angaben energieintensive Industriebranchen wie die Chemieindustrie, der Gebäudesektor, der Straßenverkehr sowie die industrielle Tierhaltung. „Würden alle Menschen so wirtschaften wie in Deutschland, bräuchten wir drei Planeten“, so der Umweltverband.

Lebens- und Wirtschaftsstil „nicht zukunftsfähig“

„Unser aktueller Lebens- und Wirtschaftsstil ist nicht zukunftsfähig“, betonte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. Die Folgen dieser Entwicklung seien mit Dürren, Starkregen und zunehmender Hitze längst spürbar. Die Bundesregierung fordert der BUND auf, Sofortmaßnahmen wie ein Tempolimit umzusetzen und aus Kohle, Öl und Gas auszusteigen.

Der Erdüberlastungstag (englisch: Earth Overshoot Day) wird jährlich vom „Global Footprint Network“ berechnet. Er markiert das Datum, an dem die Menschheit so viele natürliche Rohstoffe aufgebraucht hat, wie die Ökosysteme des Planeten im ganzen Jahr erneuern können.

Nur wenige Länder haben keinen Erdüberlastungstag

Das erste Land, Katar, erreichte den Angaben zufolge den nationalen Erdüberlastungstag bereits am 4. Februar. Nur in wenigen Ländern weltweit werden nicht mehr Ressourcen verbraucht, als der Planet erneuern kann, darunter Bangladesch, Nigeria und Nepal. Im vergangenen Jahr fiel der deutsche Erdüberlastungstag auf den 3. Mai.

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