Kopenhagen, Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die anhaltenden Angriffe auf Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen in der Ukraine angeprangert. Seit Beginn des großangelegten Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 seien mehr als 3.000 Attacken gegen Gesundheitseinrichtungen erfasst worden, erklärte das WHO-Regionalbüro Europa am Freitag in Kopenhagen.
Dabei seien 239 Menschen getötet worden. Weitere 983 Menschen hätten Verletzungen erlitten. Etwa 20 Prozent der registrierten Angriffe richteten sich laut WHO gegen Krankenwagen und andere Fahrzeuge des Gesundheitswesens.
Das WHO-Regionalbüro betonte, dass Gesundheitseinrichtungen unter dem besonderen Schutz des humanitären Völkerrechts stehen. Es forderte ein Ende der Attacken. Laut UN-Mitarbeitern sind für die allermeisten Angriffe in der Ukraine die russischen Streitkräfte verantwortlich.
9,2 Millionen Menschen brauchen medizinische Hilfe
In der Ukraine brauchen laut WHO rund 9,2 Millionen Menschen medizinische Hilfe. Darunter seien auch viele Menschen, die in dem Krieg Verletzungen erlitten hätten. Nach Schätzungen belaufe sich der Bedarf für den Wiederaufbau des ukrainischen Gesundheitswesens in den nächsten zehn Jahren auf 23,6 Milliarden US-Dollar (20 Milliarden Euro).
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte seiner Armee im Februar 2022 befohlen, die Ukraine großflächig anzugreifen. UN-Ermittler werfen den Invasoren schwerste Kriegsverbrechen vor. Der WHO-Region Europa gehören 53 Länder an, darunter auch Russland und die Ukraine. Sitz des Regionalbüros ist Kopenhagen.