Genf - In Somalia droht laut dem Welternährungsprogramm (WFP) eine Hungersnot. Rund sechs Millionen Menschen litten in dem Land am Horn von Afrika bereits unter akutem Hunger, warnte der beigeordnete Exekutiv-Direktor des WFP, Matthew Hollingworth, am Freitag in Genf.
Damit sei nahezu jeder dritte Mensch in Somalia vom Hunger betroffen. Die Hungerkrise verschärfe sich mit einem alarmierenden Tempo, erklärte der WFP-Funktionär. Unter den Hungernden befinden sich den Angaben nach 1,9 Millionen Kinder. Mehrmals sei dort die Regensaison ausgefallen.
Hungersnot drohte bereits 2022
Die Trockenheit habe Ernten und Vieh vernichtet. In einigen Regionen seien die Wasservorräte komplett verbraucht. Zudem müssten die Menschen immer wieder Gewalt erdulden. In Teilen Somalias drohte laut Hollingworth bereits 2022 eine Hungersnot, die durch internationale Hilfe abgewendet werden konnte. Hollingworth hatte Somalia in den vergangenen Tagen besucht.
Das WFP definiert eine Hungersnot als Situation, in der mindestens jeder fünfte Haushalt unter extremem Nahrungsmangel leidet. Somalia wird seit den 1990er Jahren immer wieder von internen Konflikten und islamistischem Terror erschüttert. Der Klimawandel trifft Somalia besonders hart und führt zu wiederkehrenden Dürren.