Ruanda: Aufklärung nach Tod von inhaftiertem Youtuber gefordert

Nairobi/Kigali - Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) fordert eine unabhängige Untersuchung zum Tod eines ruandischen Youtubers. Der 48-jährige Aimable Karasira soll nach Darstellung der Behörden am Mittwoch, dem letzten Tag seiner fünfjährigen Haftstrafe, an einer Überdosis an Medikamenten gestorben sein, wie das CPJ am Freitag in Nairobi mitteilte. Angesichts der ungerechtfertigten Haftstrafe sowie Berichten über Folter gebe es Fragen, die beantwortet werden müssten, sagte Muthoki Mumo, Koordinatorin des Afrika-Programms der Journalistenorganisation.

„Der Tod von Karasira in staatlichem Gewahrsam an dem Tag, an dem er endlich freikommen sollte, ist erschütternd“, unterstrich Mumo und mahnte eine unabhängige und glaubwürdige Untersuchung zu den Todesumständen an.

Youtuber bekannt für Kritik an Regierung

Der ehemalige Universitätsprofessor Karasira war 2021 verhaftet worden. Er war bekannt für seinen Youtube-Kanal sowie Auftritte in Diskussionsrunden, in denen er die Regierung des ruandischen Präsidenten Paul Kagame kritisierte. Kagame regiert das ostafrikanische Land seit 1994 und geht autoritär gegen Kritiker vor. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ steht Ruanda auf Platz 139 von 180.

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