Nairobi - Die Vereinten Nationen erweitern ihren Standort in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Der Standort sei als einziger Sitz in Afrika und im globalen Süden eine tragende Säule, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Montag bei der Zeremonie zum ersten Spatenstich für den Ausbau, den er zusammen mit dem kenianischen Präsidenten William Ruto setzte. 340 Millionen US-Dollar (knapp 290 Millionen Euro) sollen in die Erweiterung fließen.
Der Ausbau sei eine Bekräftigung der zentralen Rolle, die Afrika - und Kenia - für das Leben und die Zukunft der Vereinten Nationen spielen, betonte Guterres. Das Potenzial des Kontinents werde allerdings durch systematische Ungerechtigkeiten ausgebremst. Im Sinne echter Solidarität müsse sich die wichtige Rolle Afrikas auch in den Institutionen der Vereinten Nationen widerspiegeln, zum Beispiel mit einem permanenten Sitz im Sicherheitsrat, erklärte der Generalsekretär. „Die Reformen können nicht länger warten und sind nötig, um die Sicherheit zu wahren.“
Standort New York politisch und finanziell schwierig
"Nirgends ist Partnerschaft dringlicher als im Streben nach Frieden, zum Beispiel im Sudan”, sagte Guterres. Er verurteilte die Einmischung von externen Akteuren, die Finanzierung von Waffen verhindere Schritte zum Frieden. Besonders kritisierte er den seit Monaten zunehmenden Einsatz von Drohnen, mit denen gezielt Zivilistinnen und Zivilisten angriffen würden. Er appellierte an Kriegsparteien weltweit, sich an Abkommen zu halten und Frieden zu einer Realität zu machen.
Der Fokus der Vereinten Nationen auf Nairobi spiegelt auch wider, dass der UN-Standort in New York sowohl kostentechnisch als auch politisch immer weniger haltbar ist. US-Präsident Donald Trump hat die Mitgliedschaft in mehreren UN-Organisationen gekündigt. Gerade angesichts der Kürzungen der finanziellen Mittel sagte Guterres: "Investitionen in Nairobi sind ein guter Deal für die UN.”
In Nairobi können nach der Erweiterung Versammlungen mit bis zu 9.000 Delegierten stattfinden und wird damit nach New York und Genf zum größten Standort. Mehr als 6.000 Beschäftigte arbeiten in Nairobi für die Vereinten Nationen, von wo aus über 80 UN-Programme und Agenturen gemanagt werden.