Dekolonialisierung

Nichtstaatliche Geberorganisationen sprechen mit Blick auf ihre Partner im globalen Süden gern von Augenhöhe und Gleichberechtigung. Doch davon ist die Zusammenarbeit weit entfernt, meint Nathalie Beghin. Ein Plädoyer für wirklich dekolonisierte Partnerschaften.
Die USA ziehen sich unter Präsident Donald Trump auf sich selbst zurück. Viele Länder im Süden wenden sich nun vom lange vorherrschenden neoliberalen Entwicklungsmodell ab und Chinas Rezepten zu, sagt der philippinische Soziologe und Aktivist Walden Bello.
Bis heute prägt der Kolonialismus die Nord-Süd-Beziehungen, auch in der Eine-Welt-Arbeit. Das anzuerkennen und aufzuarbeiten ist wichtig, sagen Fachleute. Ein Kunstprojekt in Berlin soll ein Zeichen setzen.
Viele NGOs und größere Hilfswerke befassen sich derzeit mit der „Dekolonialisierung der EZ“. Das Problem ist nicht neu – und braucht vor allem konkrete Schritte statt abstrakter Theorien, meint Markus Brun.
Dass Protestbewegungen oft in Form weltweiter „Wellen“ auftreten, ist kein Zufall: Protestierende reagieren von jeher auf Entwicklungen in anderen Staaten – heute weniger organisiert als früher. 
Die Gesellschaft in Afrika ist immer noch von den kolonialen Beziehungen zum reichen globalen Norden geprägt, der Kontinent muss vollständig dekolonisiert werden, sagen viele. Doch diese Sichtweise ist zu einfach.
Die indische Aktivistin Varsha Gandikota-Nellutla von der Organisation „Progressive Internationale“ erklärt im Interview, wie Mexiko andere Länder in der Pandemie unterstützt, welche Impf-Partnerschaften Kuba mit Kenia eingeht und wie gelebte Solidarität in Zeiten von Corona aussieht.
Die koloniale Vergangenheit Deutschlands wird im Schulunterricht kaum thematisiert. Eine Petition will das ändern.
Ein Bildungssystem, in dem Englisch als Errungenschaft und die eigene Sprache als wertlos gilt – nur ein Beispiel, wie die Kolonisierung afrikanischer Länder bis heute nachwirkt. 
Viele Afrikaner empfinden die europäische Diskussion um die Rückgabe afrikanischer Kulturgüter als arrogant, meint Yarri Kamara.
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