Internationale Zusammenarbeit
Fünf Freunde sollt ihr sein (von links): Indiens ­Premierminister Narendra Modi, Chinas Präsident Xi Jinping, sein südafrikanischer Amtskollege Cyril ­Ramaphosa, Russlands Staatsoberhaupt Wladimir ­Putin und der damalige Präsident Brasiliens, Michel Temer, treffen sich im Juli 2018 in Südafrika.  
Internationale Zusammenarbeit

Die neuen Weltordner

Im Westen ist von der Krise des Multilateralismus die Rede. Für die Länder des globalen Südens stellt sich das anders dar: Endlich erhalten ihre eigenen Ideen und Institutionen mehr Gewicht.

Das Ende der Sowjetunion bescherte der Welt einen „unipolaren Moment“ – plötzlich schienen die USA als die einzige verbliebene Supermacht dazustehen. Doch seitdem ist vieles geschehen, und die Erwartung, die Weltpolitik nach dem Kalten Krieg werde von Unipolarität geprägt sein, hat sich weitgehend aufgelöst. Die Länder des Südens haben inzwischen ihre Stimme erhoben, und insbesondere der Zusammenschluss der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) scheint auf eine zunehmend multipolare Welt hinzudeuten. Das erfordert ein neues Denken, eine Reform globalen Regierens und neue Institutionen, um die drängendsten Probleme unserer Zeit zu lösen.

Von „Ländern des Südens“ statt von Entwicklungs- oder Schwellenländern zu sprechen, trägt der Tatsache Rechnung, dass diese Staaten längst geopolitischen Einfluss haben. Sie befinden sich schließlich nicht endlos im Stadium der „Entwicklung“ – einige sind wirtschaftlich und militärisch längst über Länder wie Frankreich oder Großbritannien hinausgewachsen.

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erschienen in Ausgabe 7 / 2019: Multilaterale Politik: Zank auf der Weltbühne

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