Guyana
Sie wollen nicht, dass vor der Küste Guyanas nach Öl gebohrt wird: Anhänger der oppositionellen Indo-Guyanischen Progressiven Volkspartei bei einer Wahlkampfveranstaltung in Stewartville Anfang 2020.
Guyana

Der Ölfluch droht dem Paradies

Guyana, die frühere britische Kolonie in Südamerika, wollte Vorreiter sein beim Umweltschutz. Ölfunde haben stattdessen Gier, Korruption und politische Instabilität entfacht. Die Rolle der Ölkonzerne ist ebenso dubios wie die der Weltbank.

Fairville ist ein Ort wie im Paradies: dichter Regenwald, so weit das Auge reicht, mit einem ohrenbetäubenden Konzert tropischer Vogelstimmen. Ein schwarzer Kaiman durchpflügt im letzten rosaroten Licht des Sonnenuntergangs langsam die spiegelglatte Oberfläche des Essequibo-Flusses. „Zuflucht“ haben die Makushi-Indigenen in Guyana diesen Ort 275 Kilometer südlich der Hauptstadt Georgetown getauft – Iwokrama. 

Er ist Guyanas Kronjuwel des Umweltschutzes. Das kleine Land an Südamerikas Ostküste war rasch an Bord, als der Schutz der Regenwälder nach dem Umweltgipfel von Rio de Janeiro 1992 international mehr Priorität bekam und es mehr Geld dafür gab. Guyana mit seinen gerade einmal 780.000 Einwohnern und einer konstanten Armutsrate von 35 Prozent sah darin eine Chance auf Entwicklung.

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erschienen in Ausgabe 6 / 2020: Kino im Süden

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