Malaysias Ex-Regierungschef Najib in Korruptionsskandal angeklagt

In drei Anklagepunkten drohen dem Ex-Ministerpräsidenten Najib Razak 20 Jahre Haft.

Der frühere malaysische Regierungschef Najib Razak muss sich im Zusammenhang mit einem Korruptionsskandal wegen Veruntreuung und Amtsmissbrauchs vor Gericht verantworten. In drei Anklagepunkten drohen dem Ex-Ministerpräsidenten 20 Jahre Haft, wie das Nachrichtenportal "Malay Mail Online" am Mittwoch berichtete. Aus dem staatlichen Fonds 1MDB sollen innerhalb von drei Monaten mindestens 42 Millionen Ringgit (knapp neun Millionen Euro) auf private Konten Najibs geflossen sein.

Prozess soll 2019 beginnen

Der Prozess soll im Februar 2019 beginnen. Najib war zu Beginn der Woche von Ermittlern der Anti-Korruptionsbehörde verhaftet worden.

Der Skandal um den Staatsfonds 1MDB, den Najib 2009 ursprünglich zur Förderung der Wirtschaft ins Leben gerufen hatte, gärt seit Jahren. Verwandte und politische Vertraute sollen bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar abgezweigt und sich persönlich bereichert haben.

Die Veruntreuung von 42 Millionen Ringgit, die Najib jetzt zur Last gelegt wird, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Kurz vor den Parlamentswahlen im Frühjahr 2013 waren Berichten zufolge insgesamt umgerechnet 700 Millionen US-Dollar auf Privatkonten Najibs gelandet. Woher das Geld kam, hatte er nie plausibel erklärt. Den damaligen Urnengang hatte seine Partei UMNO nur knapp gewonnen. Die Opposition sprach von Wahlmanipulation.

Bei den letzten Wahlen im Mai musste Najib nach neun Jahren im Amt eine schwere Niederlagen einstecken. Die neue Regierung unter dem 92-jährigen Mahathir Mohamad hatte zugesagt, gegen den abgewählten Ministerpräsidenten ermitteln zu lassen. Als Najib und seine Ehefrau kurz nach der Wahlniederlage vorgeblich zu einem Kurzurlaub nach Indonesien fliegen wollten, wurde ihnen die Ausreise verweigert.

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