Andrang bei ersten Wahlen nach Mugabe-Rücktritt in Simbabwe

Insgesamt bewarben sich 23 Kandidaten um das höchste Staatsamt. Gute Chancen werden Übergangspräsident Mnangagwa eingräumt.

Bei den ersten Wahlen im Simbabwe seit dem Rücktritt des langjährigen Machthabers Robert Mugabe hat sich am Montag eine hohe Beteiligung abgezeichnet. Vor vielen Wahllokalen bildeten sich Medienberichten zufolge bereits am Morgen lange Schlangen. Knapp sechs Millionen Menschen waren aufgerufen, einen neuen Präsidenten, Gouverneure und das Parlament zu wählen. Mugabe war seit der Unabhängigkeit 1980 an der Macht, wurde im November jedoch überraschend vom Militär zum Rücktritt gezwungen.

Für die Regierungspartei Zanu-PF trat der langjährige Mugabe-Vertraute Emmerson Mnangagwa an, für die größte Oppositionspartei MDC-T der Jurist und ehemalige Minister Nelson Chamisa. Insgesamt bewarben sich 23 Kandidaten um das höchste Staatsamt. Beobachter rechneten mit einem Sieg der Regierungspartei. Wenn keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt, findet am 8. September eine Stichwahl statt.

Mugabe will für Opposition stimmen

Mugabe hatte auf einer Pressekonferenz am Sonntag überraschend angekündigt, für den Oppositionskandidaten Chamisa zu stimmen. Der 94-Jährige distanzierte sich von der Zanu-PF, deren Vorsitzender er lange war, und erklärte, er könne nicht für diejenigen stimmen, die ihn schikaniert hätten.

Die Wahl gilt möglicher Wendepunkt für das Land, um mit der Vergangenheit zu brechen. Mugabes Herrschaft war gekennzeichnet von einer brutalen Unterdrückung von Kritikern, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten. Vor und nach den Wahlen 2008 wurden laut Amnesty International mehr als 200 Menschen getötet. Mugabe stürzte das südafrikanische Land mit heute 16 Millionen Einwohnern in eine schwere Wirtschaftskrise.

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