Gewaltsame Unruhen nach Mord an politischem Sänger in Äthiopien

Nach dem Tod des politischen Sängers Hachalu Hundessa sind in Äthiopien gewaltsame Unruhen ausgebrochen.

Genf, Addis Abeba (epd). Der 34-jährige Hundessa, dessen Protestsongs als Hymnen der Oromo-Volksgruppe gelten, war nach Behördenangaben am Montag in der Hauptstadt Addis Abeba ermordet worden. Daraufhin zündeten Demonstranten am Dienstag in mehreren Städten Regierungsgebäude an und stürzten Denkmäler, wie Aufnahmen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zeigten. Tausende marschierten durch die Straßen. In der Stadt Chiro wurden zwei Menschen erschossen, wie der oromosprachige Dienst der BBC berichtete. Die Regierung blockierte ab Dienstagmorgen alle Internetverbindungen.

Von Todesdrohungen berichtet

Die Hintergründe des Mordes an Hundessa blieben zunächst unklar. Die Polizei erklärte, es gebe Verdächtige, sagte aber nichts zu möglichen Motiven. Hundessa selbst hatte in der Vergangenheit mehrfach von Todesdrohungen berichtet. Nicht wenige seiner Anhänger, darunter Befürworter einer Abspaltung des Oromo-Gebietes, machten auf Twitter die Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed für den Mord verantwortlich. Abiy selbst kondolierte über Twitter, lobte den Sänger als herausragend und kündigte eine polizeiliche Untersuchung an.

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