Sudan: Mehr als 130 Tote bei Gewalt in Darfur

Frankfurt a.M./Khartum - In der sudanesischen Krisenregion Darfur droht eine neue Eskalation der Gewalt. Mindestens 139 Personen seien in den vergangenen Tagen in West-Darfur getötet und knapp 200 verletzt worden, berichtete die staatliche sudanesische Nachrichtenagentur Suna am Montagabend unter Berufung auf lokale Hilfsorganisationen.

Bewaffnete Banden hatten am Wochenende die Provinzhauptstadt El-Geneina angegriffen und dabei auch mehrere Kinder getötet. Auslöser der Gewalt in West-Darfur war offenbar der Mord an einem Mitglied einer arabischen Volksgruppe, wonach Rebellen laut dem Sender Radio Dabanga eine neue Offensive begannen. Bei weiteren Gewaltausbrüchen in Süd-Darfur waren Medienberichten zufolge am Montag mindestens 50 weitere Menschen getötet worden.

UN: Regierung muss Lage deeskalieren

In Darfur kommt es seit Jahren immer wieder zu Konflikten zwischen arabisch-stämmigen Nomaden und der afrikanischen, sesshaften Bevölkerung. Die Regierung des früheren Präsidenten Omar al-Baschir unterstützte arabische Milizen, die Dschandschawid, und wird für einen Völkermord verantwortlich gemacht. Zwischen 2003 und 2008 wurden Schätzungen zufolge 300.000 Menschen getötet. Bis heute herrscht kein Frieden in der Region.

Nach rund 13 Jahren war Ende Dezember das Mandat der UN-Mission Unamid ausgelaufen. Friedensaktivisten hatten gewarnt, der Abzug der Truppen könne zu neuer Gewalt in der Region führen. Die UN forderten am Montag die Regierung auf, die Lage zu deeskalieren und die Bevölkerung zu schützen.