UN sehen Durchbruch bei Hilfe für äthiopische Konfliktregion Tigray

Frankfurt a.M./Addis Abeba (epd). Das Welternährungsprogramm (WFP) hat nach eigenen Angaben einen Durchbruch bei der Lieferung von humanitärer Hilfe an die äthiopische Krisenregion Tigray erzielt. WFP-Exekutivdirektor David Beasley teilte am Samstagabend mit, die Organisation habe sich mit der äthiopischen Regierung auf konkrete Schritte zur Verstärkung der Hilfen geeinigt und werde ihre Tätigkeiten in der Nordäthiopischen Region ausweiten.

Hilfsorganisationen hatten in den vergangenen Monaten immer wieder den fehlenden Zugang zu der umkämpften Region beklagt. Ein Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) hatte am Freitag erklärt, die äthiopische Zentralregierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed sperre UN-Helfer und ihre Partner insbesondere aus ländlichen Gebieten aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach einem Telefonat mit Abiy am 2. Februar freien Zugang von humanitären Hilfsorganisationen und Medien in Tigray gefordert.

WFP-Chef Beasly äußerte sich nach einem von der äthiopischen Regierung organisierten Besuch in Tigray am Wochenende besorgt über die Ernährungssituation. Schätzungen zufolge seien zwischen 2,5 und 3 Millionen Menschen auf Lebensmittelnothilfe angewiesen. Mehr als 60.000 Menschen flüchteten laut den UN ins Nachbarland Sudan.

In Tigray brachen Anfang November heftige Kämpfe zwischen der äthiopischen Armee und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) aus, die bisher in der Region im Norden des Landes an der Macht war. Hintergrund des Konflikts sind die Machtverhältnisse in Tigray und dem gesamten Vielvölkerstaat Äthiopien.

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