Nigeria: 100 Frauen und Kinder nach Entführung wieder frei

Frankfurt a.M./Abuja - Mehr als einen Monat nach ihrer Entführung hat die nigerianische Polizei nach eigenen Angaben 100 Frauen und Kinder befreit. Nach Verhandlungen mit den Entführern seien die Frauen, darunter viele Mütter von Babys, ohne die Zahlung von Lösegeld bedingungslos freigelassen worden, sagte der Polizeisprecher des Bundesstaats Zamfara, Mohammed Shehu, laut der Zeitung „The Punch“ vom Mittwoch. Die Frauen und Kinder waren Anfang Juni im Norden Nigerias von einer bewaffneten Bande verschleppt worden. Zwanzig der 100 freigelassenen Menschen werden dem Sprecher zufolge im Krankenhaus behandelt.

Wer für die Entführung verantwortlich war, blieb unklar. In der Region operieren neben zahlreichen lokalen Milizen auch islamistische Gruppen wie Boko Haram. In den vergangenen Monaten gab es im Norden Nigerias vermehrt Entführungen, bei denen insgesamt mehrere Hundert Menschen verschwanden, darunter auch immer wieder Schulkinder. Bewaffnete Banden finanzieren mit den Verbrechen, bei denen sie von Angehörigen oder vom Staat hohe Beträge an Lösegeld fordern, zunehmend ihre Aktivitäten. Die Regierung betonte in der Vergangenheit jedoch immer wieder, kein Lösegeld zu zahlen.