Gerd Müller: Entwicklungsressort in deutschem Eigeninteresse stärken

Frankfurt a.M. - Der scheidende Minister Gerd Müller (CSU) plädiert für eine Aufwertung des Entwicklungsressorts in der künftigen Bundesregierung. Es wäre der falsche Weg, das 1961 gegründete Ministerium zu einer Abteilung im Auswärtigen Amt herabzustufen, schreibt Müller in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch). „Schon die Ausgliederung der humanitären Hilfe vor zehn Jahren ins Auswärtige Amt hat zu Reibungsverlusten geführt und sollte rückgängig gemacht werde“, empfiehlt der 66 Jahre CSU-Politiker, der dem neu gewählten Bundestag nicht mehr angehört und die Leitung der UN-Organisation für industrielle Entwicklung (Unido) übernehmen wird.

Müller sprach sich für eine stärkere internationale Zusammenarbeit in der Entwicklungspolitik aus. „Der nächste logische Schritt muss eine stärkere europäische Koordinierung der Entwicklungspolitik und ein stärkeres Engagement Europas in der Außenwirtschafts- und Entwicklungspolitik sein“, schrieb er in der Zeitung.

Entwicklungsministerium als "weltweiter Vorsprung"

Der Minister nannte es im Vergleich zu anderen Ländern einen Vorteil, dass Deutschland ein eigenes Entwicklungsministerium unterhält. „Wir sollten diesen weltweiten Vorsprung nutzen und das Ministerium konsequent auf globale Zukunftsaufgaben ausrichten, mit verstärktem Schwerpunkt im internationalen Klimaschutz, in der weltweiten Transformation der Energie- und Industriepolitik sowie der Afrika-Politik“, empfahl er. In einem Ausbau der Entwicklungspolitik lägen „auch große Chancen für die deutsche Wirtschaft, auf den wachsenden Märkten der Entwicklungs- und Schwellenländer zur Problemlösung beizutragen und eigene Chancen zu nutzen“. Das stärke „die Technologieführerschaft in Deutschland und schafft neue Jobs auf beiden Seiten“. Zudem sei es ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz.