Bericht: Söldner kontrollieren Teile der zentralafrikanischen Armee

Frankfurt a.M./Bangui - Russische Söldner befehligen laut einem Medienbericht Soldaten der Zentralafrikanischen Republik, die von der EU ausgebildet wurden. Mehrere Einheiten der Streitkräfte operieren unter dem direkten Kommando oder der Aufsicht von Söldnern der russischen Sicherheitsfirma Wagner, wie der französische Auslandssender RFI am Mittwoch unter Berufung auf einen unveröffentlichten Report des Europäischen Auswärtigen Dienstes berichtete. Demnach kommandieren die Söldner auch Soldaten, die im Rahmen einer EU-Mission trainiert wurden.

Russland spiele eine zweifelhafte und intransparente Rolle in der Zentralafrikanischen Republik, wo seit 2013 ein Bürgerkrieg herrscht, heißt es laut RFI in dem EU-Papier. Etwa 2.600 Kämpfer des dem Kreml nahestehenden Wagner-Konzerns seien in dem Land und bildeten mehrere Einheiten der Armee aus. Zudem sei Russland in nahezu jedem Bereich der Regierung präsent und in verschiedene Wirtschaftsaktivitäten involviert, zum Beispiel der Förderung von Rohstoffen.

Gruppe Wagner ist in 23 afrikanischen Ländern aktiv

In der Zentralafrikanische Republik herrscht seit dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Francois Bozizé im März 2013 ein blutiger Konflikt. Von den knapp fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sind nach UN-Schätzungen mehr als 1,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Der Wagner-Konzern ist auf Einladung der zentralafrikanischen Regierung im Land tätig. Die EU bildet seit 2016 dort ebenfalls Teile der Armee aus. Die Bundeswehr ist daran nicht beteiligt.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte sich Ende November im Europäischen Parlament besorgt über die zunehmenden Aktivitäten des Wagner-Konzerns in Konfliktgebieten geäußert. Borrell zufolge ist die russische Sicherheitsfirma in 23 afrikanischen Ländern aktiv. Im Sommer hatte ein Plan der malischen Regierung für Aufsehen gesorgt, ebenfalls russische Söldner einzusetzen. Mehrere Länder, darunter Deutschland, hatten mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem westafrikanischen Land gedroht.

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